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Westerwelle zeigt sich nach Krebsdiagnose erstmals offiziell

15 Monate nach der Diagnose "akute Leukämie" hat sich Guido Westerwelle erstmals wieder in Berlin gezeigt. Von einer Rückkehr in die Politik will der ehemalige Außenminister im Moment aber nichts wissen.

Nach seiner Blutkrebs-Diagnose lag Guido Westerwelle mehr als drei Monate in der Universitätsklinik Köln. Vor ziemlich genau einem Jahr bekam er dort eine Knochenmark-Transplantation.
Klaus-Dietmar Gabbert Nach seiner Blutkrebs-Diagnose lag Guido Westerwelle mehr als drei Monate in der Universitätsklinik Köln. Jetzt zeigt er sich erstmals wieder offiziell.

In den noblen Räumen der "Westerwelle Foundation" am Kurfürstendamm lud Guido Westerwelle zum Empfang für 22 ausländische Nachwuchsleute aus der Politik. In seiner zehnminütigen Begrüßungsrede ging der 53-Jährige nur kurz auf seine Krankheit ein. Aus "offensichtlichen Gründen" seien ihm solche Veranstaltungen in letzter Zeit nicht möglich gewesen. "Umso mehr bin ich glücklich und dankbar, sie heute Abend hier persönlich begrüßen zu können." Dann ging es weiter im Text.

Rückkehr in die Politik steht erstmal nicht zur Debatte

Auf den ersten Anschein wirkte Westerwelle dabei wie immer. Die Haare wieder voll, die Stimme fest, der Rücken gerade. Aus der Nähe jedoch sieht man die Spuren der Chemotherapie in seinem Gesicht. Auch das Sprechen strengt ihn nach einer Weile an. Westerwelle war drei Jahrzehnte lang einer der Kraftmeier der deutschen Politik. Im Juni 2014, nur wenige Monate nach dem FDP-Wahldebakel und dem Abschied aus dem Auswärtigen Amt, bekam er bei einem Routinetermin die böse Diagnose.

Zum Ende der Veranstaltung will ein Gast von ihm dann wissen, ob er an eine Rückkehr in die Politik denkt. Die Antwort fällt denkbar knapp aus: "Ich habe wirklich anderes im Kopf als solche Überlegungen."