Osten hängt Westen ab:

Wie die Kita-Betreuung Deutschland spaltet

Im Osten gehen nach wie vor wesentlich mehr Kinder in die Kita oder zur Tagesmutter als im Westen. Teilweise wird im Nordosten nahezu eine Vollbetreuung erreicht. Doch nicht in allen Bereichen ist die Versorgung in der Region besser als im Westen.

Kleine Kinder zu Hause aufziehen oder nicht? Darüber herrscht in Deutschland noch immer keine Einigkeit.
Daniel Naupold Kleine Kinder zu Hause aufziehen oder nicht? Darüber herrscht in Deutschland noch immer keine Einigkeit.

Mit anderen Kindern den ganzen Tag toben, unter den wachsamen Augen der Erzieher basteln und fernab des eigenen Kinderbettchens einen Mittagsschlaf machen: In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist das für die meisten Kinder normal.

Der Nordosten steht in Sachen öffentliche Kinderbetreuung im deutschlandweiten Vergleich gut dar. In Mecklenburg-Vorpommern besuchten rund 22  000 Kinder unter drei Jahren zum Stichtag 1. März vergangenen Jahres eine Kita oder gingen zu einer Tagesmutter – damit lag die Betreuungsquote im Bundesland bei 56 Prozent. In Brandenburg lag die Quote sogar bei fast 57 Prozent. Hier nutzten über 33  000 Kinder das öffentliche Betreuungsangebot. Nur in Sachsen-Anhalt wurden durchschnittlich noch mehr Kinder außer Haus betreut, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Betreuungsverhältnis im Westen anders

Insgesamt werden im Osten Deutschlands weiterhin wesentlich mehr Kinder in einer Kindertagesstätte oder in der Tagespflege betreut als im Westen. In allen Kreisen und kreisfreien Städten des Landes waren es mehr als die Hälfte aller Kinder unter drei Jahren. Im Westen lag die durchschnittliche Betreuungsquote mit 28 Prozent weit darunter.

Doch nicht in allen Bereichen, sind die Bedingungen bei der Kinderbetreuung im Osten besser. Im Durchschnitt müssen sich Erzieher in den Kitas im Nordosten um deutlich mehr Kinder kümmern als im Westen. 2015 waren es in Brandenburg und MV sechs Kinder unter drei Jahren – in Baden-Württemberg hingegen nur halb so viele.

Einig scheinen sich Ost und West indes in der Auffassung, dass Kinder bis zu zwölf Monaten besser zu Hause betreut werden sollten. Zwar ist die Betreuungsquote bei Babys in den neuen Ländern fast doppelt so hoch wie in den alten, aber überall sehr gering – im Osten liegt die Betreuungsquote in dieser Altersgruppe bei 4,1 und im Westen bei 2,3 Prozent.

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