Die Verbraucherzentrale rät:

Wie Stromkunden bares Geld sparen können

Viele zahlen immer noch den höchsten Preis für Elektroenergie, weil sie aus Unwissenheit nach wie vor in der Grundversorgung stecken. Unser Vergleich zeigt, dass es auch beim Heimversorger günstig sein kann.

„Die Wahl des richtigen Stromanbieters ist schwieriger geworden“, schätzt Horst-Ullrich Frank von der Verbraucherzentrale in Neubrandenburg ein. Deutschlandweit gebe es mehr als 900 Versorger, die sich in den verschiedenen Internetportalen tummeln. „Jeder, der wechseln will, muss sich heute mehr mit den Vertragsinhalten beschäftigen als zu Beginn des Wettbewerbs auf dem Strommarkt“, räumt er ein. Angesichts der Turbulenzen im Frühjahr um den Pleite-Stromverkäufer Flexstrom erneuert Frank seine Warnung: „Nicht auf Vorkasse einlassen.“

Aber es gibt für alle, die den Schnäppchen aus dem Internet nicht trauen, eine bei vielen unbekannte Möglichkeit zum Sparen. Laut Bundesnetzagentur stecken immer noch rund 40 Prozent aller Verbraucher im Basistarif ihres Grundversorgers. Das können die jeweiligen Stadtwerke sein oder, wenn nicht vorhanden, E.ON edis als „Platzhirsch im Osten Mecklenburg-Vorpommerns und in Brandenburg.

Furcht vor Stress beim Anbieterwechsel

„Die Zurückhaltung liegt möglicherweise daran, dass viele Kunden diese Alternative gar nicht kennen“, vermutet der Verbraucherschützer.  Oftmals stehe als Motiv im Vordergrund, als Lokalpatriot bei einem regionalen Anbieter bleiben zu wollen, der Beratung vor Ort anbietet. Außerdem fürchten offenbar insbesondere Ältere den Stress, den sie bei einem Wechsel zu einem anderen Versorger vermuten.

Wie ein Vergleich zwischen den Stadtwerken in unserer Region zeigt, gibt es unter den Energielieferanten teils große Unterschiede im verlangten Strompreise. „Der Tarif wird grundsätzlich zu drei Vierteln durch Steuern und Umlagen sowie Kosten für die Netze bestimmt. Wir haben nur die restlichen 25 Prozent als Stellschraube“, erläutert Klaus Reinders, Chef der Teterower Stadtwerke. Vergleichen lohnt sich trotzdem. Für einen Vier-Personen-Haushalt sind Einsparungen von bis zu über 100 Euro drin – sogar beim eigenen Versorger vor der Haustür.

Wie unsere Karte deutlich macht, können die meisten Stadtwerke im Wettbewerb solide mithalten: Das Internet-Vergleichsportal Verivox geht für 2014 für einen Vier-Personen-Haushalt von einer durchschnittlichen Stromrechnung von 1189 Euro aus.

Nur zwei Wochen als Kündigungsfrist

Wer nicht bei seinem eigenen, sondern einem anderen Stadtwerk seinen Strom beziehen will, muss mit einem höheren Tarif kalkulieren. Die Kosten für den Transport durch fremde Netze werden in speziellen Umland-Angeboten oft aufgeschlagen. Wer seinen Grundtarif kündigen will, ist laut dem Energieexperten Frank nicht an lange Kündigungsfristen gebunden. „Hier sind zwei Wochen gesetzlich vorgeschrieben“, erläutert er. Allerdings müsse man etwa vier Wochen bis zum Lieferbeginn veranschlagen, wenn ein neuer Versorger beauftragt werden soll. Dann sei zu prüfen, ob die Ökostrom-Umlage im Preis enthalten sei und wie lange der Tarif bereits gelte.

Das ist auch in der Region von Belang: Die Stadtwerke Neubrandenburg und Greifswald halten ebenso wie E.ON edis im Gegensatz zu den anderen Stadtwerken auch zum Jahreswechsel ihre Tarife noch auf dem gleichen Stand – ohne aber eine Jahresgarantie auf stabile Preise 2014 zu geben. Verbraucherschützer Frank rät dazu, vor der Entscheidung darauf zu achten, ob ein Bonus für Neukunden die Gesamtrechnung verfälschen könnte. „Lieber ein paar Euro weniger im Jahr sparen, dafür aber auf der sicheren Seite sein“, empfiehlt er. 

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