NSU-Prozess gerät ins Stocken:

Zschäpe-Verteidiger stellen neuen Befangenheitsantrag

Im Münchner NSU-Prozess haben die Anwälte der Hauptangeklagten einen Befangenheitsantrag gegen sämtliche Mitglieder des Strafsenats gestellt. Das sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl in der Hauptverhandlung am Dienstag.

Die Verteidiger der Angeklagten Beate Zschäpe (Mitte) haben den NSU-Prozess mit ihrem Befangenheitsantrag ins Stocken gebracht.
Peter Kneffel Die Verteidiger der Angeklagten Beate Zschäpe (Mitte) haben den NSU-Prozess mit ihrem Befangenheitsantrag ins Stocken gebracht.

Zur Begründung des Ablehnungsgesuchs sagte Götzl zunächst nichts. Die Sitzung wurde kurz nach Beginn unterbrochen. Bereits zu Prozessbeginn hatten Zschäpes Verteidiger einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt, der aber abgelehnt wurde.

Zschäpe ist als mutmaßliche Mittäterin bei den Mordanschlägen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) angeklagt. Der Neonazi-Terrorgruppe werden unter anderem zehn Morde zur Last gelegt.

Am Dienstag wollte sich das Gericht nach ursprünglicher Planung mit dem Mord an Mehmet Turgut am 25. Februar 2004 in Rostock befassen. Zwei seiner Brüder sind deshalb als Nebenkläger im Gerichtssaal erschienen. Ob die Verhandlung wie geplant fortgesetzt wird, war zunächst noch nicht abzusehen.

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