Ungewöhnlicher Kriminalfall:

Polizei löst Rätsel um Getreidediebe

Ein Landwirtschaftsbetrieb will eine große Weizenernte einfahren - und findet nur noch Stoppeln auf seinem Feld. Nun hat die Polizei den Verursacher des ungewöhnlichen Kriminalfalls ermittelt.

Die Getreideernte ist in vollem Gange. Als Außenstehender kann man schlecht erkennen, ob dabei alles mit rechten Dingen zugeht.
Susann Prautsch Die Getreideernte ist in vollem Gange. Als Außenstehender kann man schlecht erkennen, ob dabei alles mit rechten Dingen zugeht.

Fahnder haben das Rätsel um eine verschwundene Weizenernte auf einem Brandenburger Acker - fast - gelöst. Sie fanden nach eigenen Angaben vom Mittwoch heraus, wer das 22 Hektar große Feld in der Prignitz abgeerntet hat. Die Königsberger Agrarservice GmbH hatte am Dienstag Strafanzeige wegen Getreide-Diebstahls von dem Feld bei Preddöhl erstattet. Eine Sprecherin der Polizeidirektion Nord äußerte Zweifel an einem Diebstahl. "Nach bisherigen Erkenntnissen soll es eine Vereinbarung zwischen beiden Seiten gegeben haben", sagte sie. "Jetzt muss ermittelt werden, welchen Umfang sie hatte und ob sie eingehalten wurde."

Der Geschäftsführer der Königsberger Agrarservice GmbH, Michael Schuran, bestritt diese Darstellung: "Es gab keine Vereinbarung und ich weiß auch nicht, wer da abgeerntet haben soll", sagte er. "Deswegen haben wir Strafanzeige wegen Diebstahls gestellt." Vergangene Woche sei noch alles in Ordnung gewesen und am Dienstag sei das Getreide weg gewesen, sagte Schuran. "Wir wollten dort ernten, und da waren schon Stoppel", berichtete er.

Die Größe der Fläche entspricht etwa 30 Fußballfeldern. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes können je nach Güte des Bodens zwischen fünf und neun Tonnen pro Hektar geerntet werden. Bei einer durchschnittlichen Ernte könnte es sich als um etwa 150 Tonnen Weizen handeln. Die Polizei bezifferte den Wert auf rund 27 000 Euro.

Nach Angaben des brandenburgischen Innenministeriums hat es in den vergangenen Jahren ähnliche Fälle gegeben. 2013 seien in Löwenberg 8 Hektar Getreide und 2014 in Stechow 16 Hektar Mais angeblich unberechtigt abgeerntet worden. In beiden Fällen habe es Streitigkeiten zwischen den beteiligten Firmen um Eigentums- und Nutzungsrechte gegeben, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Ursprüngliche Meldung: Falsche Landwirte ernten Feld in der Prignitz

Wie eine Polizeisprecherin in Neuruppin am Mittwoch sagte, fahndet die Polizei nach Unbekannten, die seit dem Wochenende einen 22 Hektar großen Weizenschlag unbemerkt abgedroschen haben. Der Schaden für die Besitzer des Ackers bei Preddöhl nahe Meyenburg (Landkreis Prignitz), die das erst am Dienstag bemerkt hätten, betrage rund 28 000 Euro. Es sei ungewöhnlich, dass so große Erntetechnikgeräte wie Mähdrescher von niemanden bemerkt worden seien. Es gebe aber Reifenspuren.

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