Gefälschter Abschluss:

Falsche Lehrerin unterrichtet über Jahre im Norden

Kaum zu glauben: Eine falsche Lehrerin soll jahrelang in Norddeutschland unerkannt Schulkinder unterrichtet haben. Auch in MV war die Frau an zwei Schulen tätig.

Eine Menge Hefte in der Tasche, aber keinen Abschluss: So soll eine Frau jahrelang Kinder unterrichtet haben.
Armin Weigel/dpa Eine Menge Hefte in der Tasche, aber keinen Abschluss: So soll eine Frau jahrelang Kinder unterrichtet haben.

Eine falsche Lehrerin soll jahrelang in Norddeutschland Schulkinder unterrichtet haben. In Mecklenburg- Vorpommern wurde sie eingestellt, als die Staatsanwaltschaft Kiel schon gegen sie ermittelte und sie in Schleswig-Holstein ihren Beamtenstatus verloren hatte.

Nach den bisherigen Ermittlungen hat die 48-Jährige ihren Abschluss gefälscht, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel sagte. Die Behörde ermittele wegen Betrugs und Urkundenfälschung, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss. Nach früheren Angaben des Kieler Bildungsministeriums hatte sie 1990 ihr Diplom in Deutsch und der - als Propagandafach geltenden - Staatsbürgerkunde abgelegt, daraus aber "Sozialkunde" gemacht.

Der erste Hinweis, dass mit den Zeugnissen der Frau etwas nicht stimmen kann, sei von einer Schulbehörde in Schleswig-Holstein gekommen. Auch vom Landesprüfungsamt Nordrhein-Westfalen sei eine Strafanzeige eingegangen.

Starke Unterschiede zwischen Examensnoten und Unterricht

Die aus Wismar stammende Frau hat der Staatsanwaltschaft zufolge unter anderem an Gymnasien in Mölln und Lübeck unterrichtet. Laut NDR stand die falsche Kunst- und Deutschlehrerin auch in Vorpommern vor Klassen. In Brandenburg und Berlin soll sie ebenfalls unterrichtet haben. Zuletzt war sie an Schulen in Lübstorf und Bad Kleinen (Nordwestmecklenburg) beschäftigt.

Dem Schulleiter in Mölln, wo die Frau von 2008 bis Ende 2012 am Marion-Dönhoff- Gymnasium unterrichtete, war die Diskrepanz zwischen ihren guten Examensnoten und dem Auftreten an der Schule aufgefallen. "Die Performance war ganz anders als die Bewertung", hatte der Sprecher des Kieler Bildungsministeriums, Thomas Schunck, im Mai 2013 gesagt, als in Schleswig-Holstein bereits über den Fall berichtet worden war. Im Februar wurde ihr demnach der Beamtenstatus entzogen. Laut NDR wechselte sie im März 2013 nach Nordwestmecklenburg.

Eltern und Schüler wurden offenbar nicht informiert

Wie ein Sprecher des Schweriner Bildungsministeriums sagte, konfrontierte die Schulbehörde die Frau mit den Vorwürfen, die daraufhin im August 2013 einem Auflösungsvertrag zustimmte. Wie NDR 1 Radio MV berichtete, informierte das Schulamt Schwerin bis heute weder die Lehrerkollegen noch Eltern und Schüler über den wahren Grund des Ausscheidens der Frau aus dem Schuldienst. Auch das Bildungsministerium habe von sich aus nicht über den Fall aufgeklärt.
 

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