Körper bereits zum Teil mumifiziert:

Leiche in Stralsund identifiziert

Bei dem Toten soll es sich um einen Marokkaner handeln. Die Ermittlungen zur Todesursache sind noch nicht abgeschlossen. Der Tote hat Verletzungen am Körper und Kopf.

dpa/Genrefoto

Die Leiche hatte vermutlich monatelang in dem leer stehenden Haus in Stralsund gelegen. Der Körper war bereits teilweise mumifiziert. Erst durch eine DNA-Analyse und den Abgleich mit einer Datenbank konnte die Polizei den Toten identifizieren: Es handelt sich um einen 22-jährigen Marokkaner, der zuletzt in einem Asylbewerberheim lebte. Ein erster Anhaltspunkt für die Ermittler. Doch für die Kriminalisten sind noch viele Fragen offen. Von besonderem Interesse für die Ermittler ist die genaue Todesursache. Die Leiche wies nämlich Verletzungen am Kopf und Körper auf.

Woher die Verletzungen stammen, konnten die Rechtsmediziner aufgrund des Zustandes des Körpers aber nicht eindeutig aufklären. Es können mehrere Ursachen in Betracht gezogen werden, teilt Polizeisprecherin Carolin Radloff dazu mit. Die Verletzungsmuster könnten von einem Unfall stammen – aber auch Fremdverschulden schließt die Polizei gegenwärtig nicht aus.

Es wird in alle richtungen ermittelt

„Vom Sturz bis zum Schlag ist da alles möglich“, erklärt Polizeisprecherin Radloff. Es werde deshalb in alle Richtungen ermittelt. Die Leiche des Marokkaners war bereits am vergangenen Samstag von Passanten entdeckt worden. Die Polizei hielt sich mit Informationen für die Öffentlichkeit zunächst zurück, weil zuerst die Identität des Toten geklärt werden sollte.

Mittlerweile steht fest, dass der junge Mann durch Körperverletzungsdelikte,  Sachbeschädigungen und Diebstahl bereits polizeibekannt gewesen ist. Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte er das Asylbewerberheim im Herbst 2014 mit unbekanntem Ziel verlassen. Intensiv gesucht nach ihm wurde offenbar nicht. „Das ist kein Vermisstenfall im klassischen Sinne gewesen“, erklärt die Polizeisprecherin. Es habe keine Anhaltspunkte und Hinweise auf einen
kritischen Gesundheitszustand oder eine Suizidabsicht gegeben.

Die Beamten der Anklamer Kriminalpolizei warten gegenwärtig auf das toxikologische Gutachten der Rechtsmediziner. Um an weitere Hinweise und Erkenntnisse zu gelangen, konzentriere man sich bei den Ermittlungen auch auf das Umfeld des Toten, erklärt die Polizeisprecherin. Bekannte sollen befragt werden. In der Nähe des Fundortes der Leiche wird nach Zeugen gesucht. „Es ist noch vieles unklar“, sagt die Polizeisprecherin.

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