Blutiger Nachbarschaftsstreit:

Mutmaßlicher Messerstecher lässt sich von drei Anwälten vertreten

Gleich drei Anwälte vertreten einen mutmaßlichen Täter aus Neubrandenburg. Er soll den Nachbarssohn mit einem Messer verletzt haben.

Am Landgericht Neubrandenburg soll am Mittwoch der Prozess um einen blutigen Nachbarschaftsstreit fortgesetzt werden. Er hatte sich im März in Silz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) ereignet. In dem Verfahren ist ein Rentner wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Der 66-jährige Veterinäringenieur soll den Sohn einer Nachbarin im Streit mit einem Messer am Bauch verletzt haben. Der Geschädigte überlebte. Der Rentner, der mit Gleichgesinnten im Internet durch undurchsichtige Verschwörungstheorien auf sich aufmerksam machte, wird im Prozess von drei Anwälten vertreten und von einer Psychiaterin begutachtet. Die Zusammenarbeit mit der Frau hatte der Rentner im Vorfeld aber verweigert.

Es sei keine Absicht gewesen

Der Beschuldigte hatte den Stich bei der polizeilichen Vernehmung eingeräumt, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Er habe sich in seiner Wohnung von mehreren Männern bedroht gefühlt. Der Attacke soll ein langer Streit mit der Nachbarin vorausgegangen sein. Dabei sollen nach Angaben von Dorfbewohnern auch angebliche Experimente des 66-Jährigen für Medikamente eine Rolle gespielt haben. Der Mann soll Inhaber von Patenten für vermeintliche Medikamente gegen Stresszustände und Störungen des Nervensystems sein.

"Mein Mandant wird sich später auch im Prozess äußern, allerdings nicht, bevor die Zeugen ausgesagt haben", hatte Peter-Michael Diestel, einer der Anwälte, zum Auftakt angekündigt. Dem Beschuldigten, der aus Rostock stammt und nach Silz gezogen war,  droht eine Haftstrafe. Der Geschädigte tritt im Verfahren als Nebenkläger auf, die Nachbarin soll als Zeugin gehört werden.

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