Brisanter Brief aus Untersuchungshaft:

Terrorverdacht wird geprüft

Die Staatsanwaltschaft geht dem Terrorverdacht gegen einen 22-jährigen Angeklagten nach, der seit Mittwoch in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr vor Gericht steht.

Zum Abschluss des ersten Verhandlungstages hatte die Anklagebehörde überraschend aus einem in der Haftanstalt Bützow abgefangenen Brief des Mannes zitiert. "Es ist Chaos in Syrien. Wir müssen hin und Krieg führen»" soll der Mann geschrieben haben. Er ist schwedischer Staatsbürger, wurde aber in der Türkei geboren.

"Es wird geprüft, ob weitere Ermittlungen in Gang gesetzt werden. Auf das laufende Verfahren hat das aber keine Auswirkungen", sagte der Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft, Stefan Urbanek, am Donnerstag. Allerdings falle der Brief in die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Rostock.

Der junge Mann steht vor Gericht, weil er im September 2014 bei Gadebusch berauscht und mit überhöhtem Tempo auf das Auto einer Frau aufgefahren sein soll, als diese abbiegen wollte. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass die 60-Jährige aus Nordwestmecklenburg schwerste Verletzungen erlitt und starb. Den Ermittlungen zufolge war der Angeklagte nach einem Berlin-Besuch mit einem Freund auf der Rückreise nach Schweden. Er sitzt seit Anfang September in Untersuchungshaft. Der Prozess wird im Februar fortgesetzt.

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