Gewerkschaft macht Druck:

120 facher Protest schallt durch Prenzlau

Mitglieder und Sympathisanten der Gewerkschaft ver.di demonstrierten für ihre Forderung nach mehr Lohn. Das Echo darauf war zweigeteilt.

Vor der Kreisverwaltung riefen die Demonstrationsteilnehmer dazu auf, dass sich noch mehr Mitarbeiter ihnen auf den Weg zur Prenzlauer Innenstadt begeben.
Armin Gehrmann Vor der Kreisverwaltung riefen die Demonstrationsteilnehmer dazu auf, dass sich noch mehr Mitarbeiter ihnen auf den Weg zur Prenzlauer Innenstadt begeben.

Sechs Prozent mehr Lohn für die Angestellten im öffentlichen Dienst, mehr Geld für Auszubildende sowie für Berufe im Gesundheitswesen, dem Rettungsdienst und der Sparkassen - das waren Forderungen, für die am Dienstag rund 120 Gewerkschaftsmitglieder und Sympathisanten in Prenzlau auf die Straße gingen. Die Gewerkschaft ver.di hatte zur Demonstration aufgerufen, um den laufenden Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern im öffentlichen Dienst Nachdruck zu verleihen.

Mit dabei Roland Tremper, stellvertretender ver.di-Landesbezirksleiter von Berlin-Brandenburg. „Es ist lange genug, dass wir still gehalten haben. Argumente, wie die Sicherheit des Gehalts greifen nicht mehr, denn nur effektive 0,6 Prozent mehr Gehalt für 2016 und 1,2 Prozent für 2017, das würde Reallohnverluste für die Beschäftigten ergeben.“

Uckermark-Landrat Dietmar Schulze (SPD) dazu: "Die Demonstranten nehmen ihr Recht zum Warnstreik wahr." Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) stimmte dem auch zu, meinte aber: "Eine Lohnerhöhung um sechs Prozent, das halte ich für eine überzogene Forderung der Gewerkschaft." Bei so manchem Bürger stieß die Demonstration auf Unverständnis. „Schweinerei, die sollten sich was schämen. Die haben doch ein sicheres und gutes Gehalt“, meinte eine Passantin.