Urteil gegen Messerstecher:

27-Jähriger muss in Haft

Wie in einem Drama von Shakespeare werden aus zwei Freunden erbitterte Feinde – wegen einer Frau. Die Rangelei artet aus und wird vor Gericht verhandelt.

Das Landgericht in Neuruppin verurteilte am Mittwoch einen 27-jährigen Messerstecher zu drei Jahren Haft.
Ronald Wittek Das Landgericht in Neuruppin verurteilte am Mittwoch einen 27-jährigen Messerstecher zu drei Jahren Haft.

Sie waren einmal beste Freunde – bis Danny B. dem 32-jährigen Matthias E. die Freundin ausspannte. Zwischen den beiden Rivalen kam es deswegen zweimal zu Auseinandersetzungen, die auch ausarteten. Beim Zusammentreffen am 18. April dieses Jahres in Angermünde sogar derart, dass der 27-jährige Danny B. zum Messer griff und seinem ehemaligen Freund aus Kindertagen von hinten in den Rücken stach. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste er sich nun vor dem Landgericht in Neuruppin verantworten. Der Richter verurteilte ihn am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Gleichzeitig ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Das Gericht ging bei Danny B. von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, denn er ist drogensüchtig. Im Rausch sei Danny B. unberechenbar, erklärte der psychiatrische Gutachter Dr. Stefan Schröder. Dafür sprachen mehrere Verurteilungen wegen Körperverletzung im Rausch.

Der Attacke am Tattag ging eine Auseinandersetzung voraus, die sich drei Tage zuvor ereignete. Danny B. war von Matthias E. mit einem Besenstiel im Treppenhaus verprügelt worden. Daraufhin hatte ihm Danny B. über das soziale Internetnetzwerk Facebook und per Handy Drohungen geschickt, beispielsweise „Wo bist du Assi? Ich werde dich töten, du feige Sau.“ Das sei nicht ernst gemeint gewesen, meinte der Angeklagte vor Gericht. Er habe ihn nur einschüchtern wollen, sagte er in der Verhandlung.

Das Geschehen selbst erinnerte den Gutachter an „Stoff für ein Shakespeare-Drama“. Das spielte in diesem Fall allerdings in einer Angermünder Plattenbausiedlung. Matthias E. schilderte, was sich am 18. April zugetragen hat. Als er Danny B. auf der Straße begegnete, sah er ein Messer in dessen Hand. Daraufhin habe er einen Schlagring übergezogen. „Ich bin weggerannt, Danny hinter mir her“, erzählte er. Er sei gestolpert. „Dann haben wir uns ins Kabbeln gekriegt.“ Bei der Rangelei erfolgte schließlich der Messerstich, der Danny B. jetzt hinter Gitter bringt.