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A 11 am Dienstag voll gesperrt – Wollin wird evakuiert

Der Fund einer 100-Kilo-Bombe sorgt für  Aufregung in Wollin und auf der A 11. Zwischen 11 und 13 Uhr am Dienstag ist die Entschärfung der Bombe geplant.

Erneut muss am Dienstag die A 11 voll gesperrt werden. Grund ist die Entschärfung einer 100-Kilo-Bombe.
Carsten Korfmacher Erneut muss am Dienstag die A 11 voll gesperrt werden. Grund ist die Entschärfung einer 100-Kilo-Bombe.

Die Schutzzone hat einen Durchmesser von 1600 Metern, informierte das Amt Gramzow. Die A 11 wird ab 11 Uhr zwischen dem Kreuz Uckermark und der Anschlussstelle Schmölln in beide Richtungen voll gesperrt, informierte Autobahnmeister Lars Kähler. Die ausgeschilderten Umleitungen U 31 (Richtung Stettin) und U 46 führen über die L 25, die aber stark frequentiert sein dürfte.

Weiträumige Umfahrung empfohlen

So empfiehlt Köhler vor allem Ortskundigen eine weiträumigere Umfahrung. Die Autobahn könnte bereits an der Anschlussstelle Penkun verlassen werden, um die B 113 in Richtung Pasewalk beziehungsweise Gartz und Schwedt zu benutzen. Dann geht die empfohlene Strecke weiter über die B 166 auf die A 11 in Richtung Berlin beziehungsweise über die B 104, um die A 20 in Richtung Lübeck nutzen zu können. „In Richtung Stettin kann nur die frühestmögliche Nutzung der B 198/B2/B113 über Angermünde-Schwedt-Gartz zur A 11 angeboten werden“, so Lars Kähler. Eine Alternative wäre über die A 20 bis zur Anschlussstelle Pasewalk-Süd zu fahren, dann über die B 109 und B 104 zum Grenzübergang Linken.

150 Menschen müssen Häuser verlassen

Besonders betroffen von der Sperrung sind die Wolliner. Die circa 150 Einwohnerinnen und Einwohner müssen ihren Ort verlassen. Darüber wurden sie gestern persönlich von Mitarbeitern des Amtes Gramzow und zusätzlich über Handzettel informiert, so Ordnungsamtsleiterin Kornelia Heimann. „Zehn unserer älteren Bürger werden mit einem Fahrzeug der freiwilligen Feuerwehr abgeholt." Im Gemeindehaus in Eickstedt können all jene Einwohner unterkommen, die von der Evakuierung betroffen sind.

Die Mitarbeiter des Amtes Gramzow sind mittlerweile erfahren mit solchen Sperrmaßnahmen. Immer wieder gab es in den zurückliegenden Jahren Munitionsfunde in diesem Bereich, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges hart umkämpft gewesen war.

Kommentare (5)

Am 5.11.2014 schrieb ich an dieser Stelle den Kommentar " Wer pennt den da?" http://www.nordkurier.de/prenzlau/granaten-in-schmoelln-gesprengt-0510865411.html Fortsetzung folgt- war meine Ankündigung, es kam schneller als gedacht! Ich frage mich, wann tatsächlich mal Konsequenzen gezogen werden - ich tippe mal auf nie! Niemand muß um seinen Posten bangen, weder im Bundesverkehrsministerium, bei der Kampfmittelbeseitigung oder gar beim Nordkurier! Herr Korfmacher und Herr Schulze sollten vielleicht mal etwas besser recherchieren und die Tragweite dieses Skandals öffentlich machen oder über was anderes schreiben, wo von sie vielleicht Ahnung haben!

Die Kampflinien, gerade aus den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges, sind dem Land Brandenburg, dem Munitionsbergungsdienst, Behörden und Bauherren in betroffenen Gebieten selbstverständlich bekannt. Natürlich auch dem Redaktionsteam, das schon oft über dieses Thema ausführlich berichtete und die wiederholten Funde kritisch hinterfragte. So wie beispielsweise in Oranienburg kommt es im Landkreis Uckermark immer wieder zu neuen Munitionsfunden, wenngleich mit abnehmender Tendenz. Eine flächendeckende Untersuchung ist aus Kostengründen bisher nicht finanzierbar gewesen. Ob sie es je sein wird, diese Frage müssen die Politiker beantworten. Bau- und Erdarbeiten im brisanten Bereich des ehemaligen Frontverlaufs werden vom Munitionsbergungsdienst zwingend begleitet, versichert Sprengmeister André Vogel.

In Oranienburg findet man Bomben ( Blindgänger nach Abwurf ), wo keiner wissen kann, wo was liegt. An der A11 liegen vor allem Bomben und Seeminen, die absichtlicht zur Verminung und Sprengung eingebuddelt wurden, da kommt man ganz alleine drauf, wo die liegen können! Im Westen wird nach einem Bombenfund eine gesamte Autobahn gesperrt und abgesucht - in der Uckermark ist dafür kein Geld da?! Ich bleibe bei mener Kritik insbesondere an den Herrn Journalisten!

Eine passendere Überschrift als die Ihre hätten Sie für Ihren Beitrag gar nicht wählen können, lieber Herr Barkow. Es handelte sich in diesem aktuellen Fall um eine Bombe sowjetischer Bauart. Die Redaktion bleibt "bombensicher" am Thema dran.

Diesmal war es eine sowjetische Fliegerbombe - eine FAB 100 vermutlich von einer IL-2 gegen Kräfte der Wehrmacht abgeworfen, die 1945 aus dem Raum Wollin heraus ja, die nördliche Randowseite mit Artillerie unter Beschuss nahm. Fakt ist die Beräumung der A11 insbesondere an strategisch wichtigen Punkten hätte schon vor Jahrzehnten erfolgen müssen , aber da erfolgte es nur immer stückweise und nie intensiv und systematisch! Der jetzige Fund erscheint als Zufallsfund und nicht als ein Ergebnis systematischer Suche.