Leerstehender Wohnblock geplündert:

"Allein im Haus - das ist echt gruselig"

Auf den Dörfern sind viele Wohnblöcke verwaist. Es finden sich schwer Mieter für die zu DDR-Zeiten begehrten Bauten. Das haben auch die Einbrecher spitzgekriegt.

Frank Stechemesser war monatelang der einzige Mieter.
Claudia Marsal Frank Stechemesser war monatelang der einzige Mieter.

Was über längere Zeit leer steht, weckt Begehrlichkeiten. Vor allem Häuser und Wohnblöcke auf dem Lande geraten deshalb zunehmend ins Visier von Dieben. Nicht wegen eventueller Besitztümer der Mieter. Denn da ist nichts zu erwarten. Die Bewohner sind ja zumeist ausgezogen beziehungsweise noch nicht wieder drin. Nein, die Langfinger haben es auf Elektrokabel, Heizkörper, Rohre, Wasserhähne, ja manchmal sogar Kloschüsseln oder Duschkabinen abgesehen. Diese Woche wurde so ein Fall aus Kleptow angezeigt.

„Man weiß ja nie, wie die reagieren“

Hier waren Unbekannte in ein Vier-Familien-Haus am Ortsrand eingestiegen und hatten erheblichen Sachschaden angerichtet.  Frank Stechemesser wird ganz schlecht, wenn er daran denkt, dass ganz in der Nähe windige Gestalten ihr Unwesen getrieben haben. „Man weiß ja nie, wie die reagieren, wenn sie gestört werden“, sagt der 53-Jährige. Er ist deshalb froh, dass er nach mehreren Monaten endlich nicht mehr allein im Nachbarhaus wohnt. Außer seiner Familie gab es weit und breit keine Mieter mehr.

Nur noch wenige im Haus

„Das war schon echt gruselig manchmal, das können Sie mir glauben“, sagte der Invalidenrentner im Gespräch mit dem Uckermark Kurier. Dann aber sei der letzte Mann aus dem Haus, das jetzt ausgeraubt wurde und seines Wissens abgerissen werden soll, in die Wohnung über ihm gezogen. Auch die Räume gegenüber sind momentan belegt. Aber nur für kurze Zeit -  das Ehepaar suchte nur eine Übergangsbleibe. „Über kurz oder lang wird man sich also an leere Fensterfronten gewöhnen müssen“, ist der gelernte Maurer überzeugt. Er selbst bedauert das sehr, denn es gebe nichts Entspannteres, als auf dem Dorf zu leben. „Selbst im Altbau lässt es sich aushalten, denn die meisten Gebäude wurden doch nach der Wende saniert.“

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