Diese Gemeinde leistet sich was:

Alte Villa wird zur Residenz für Landärzte

Nur noch wenige Gemeinden können mit einem Doktor vor Ort punkten. Göritz gehört dazu, jetzt sogar mit einem „Treffpunkt Gesundheit“. Damit wird die Gemeinde zum Vorzeigemodell für ganz Brandenburg.

In dieser Villa sind künftig Landarzt, Physiotherapie und Fußpflege zu finden.
In dieser Villa sind künftig Landarzt, Physiotherapie und Fußpflege zu finden.

In den Jahren seit 1990 machten viele Landarztpraxen in der Uckermark dicht, weil die Mediziner in Ruhestand gingen und keine Nachfolger mehr fanden. Dedelow beispielsweise ist so ein Ort, wo diese Struktur gänzlich wegbrach. In anderen Gemeinden hingegen gelang es, den Doktor im Ort zu halten. Zu nennen wären Brüssow und Gramzow. Und Göritz entwickelte sogar ein Vorzeigemodell, das im Land Brandenburg seinesgleichen suchen dürfte: Hier eröffnete in dieser Woche der „Treffpunkt Gesundheit“. Die Kommune hat in den vergangenen Monaten tief in die Tasche gegriffen, um eine alte Villa zu sanieren. Die Baukosten beliefen sich auf knapp 300 000 Euro. Das Amt für Flurneuordnung förderte zwar großzügig, doch die Gemeinde hatte letztlich noch 85 600 Euro aufzubringen, größtenteils gedeckt durch einen Kredit.

In dem ortsbildprägenden Gebäude sind nicht nur Räume für Dr. Ulrike Zimmermann entstanden, die hier seit 2011 dreimal die Woche Sprechstunden abhält. Es gibt darüber hinaus auch Bereiche für eine Physiotherapie und für die Fußpflege. Letzteren Part wird ab sofort Podologin Silvia Hofert aus Prenzlau übernehmen.

Die Unternehmerin hat dafür eine zusätzliche Stelle geschaffen und möchte vorerst an zwei Tagen die Woche Behandlungszeiten anbieten. „Wenn mehr Bedarf besteht, werden wir reagieren“, versprach sie bei der Einweihung des neuen Gesundheitshauses. Bürgermeisterin Karla Schmidt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die Belegung der Physiotherapie leider kurzfristig zerschlagen habe. Die ins Auge gefasste Prenzlauer Praxis habe wegen Personalproblemen absagen müssen. „Wir wären dankbar, wenn sich schnell jemand anderes bereit findet, sich hier einzumieten“, so Schmidt.

Die Kommunalpolitikerin ist zuversichtlich, mit dem neuen Modell gut auf die aktuellen Erfordernisse in der Gemeinde reagiert zu haben. Göritz habe Zukunft durch Schule, Gewerbe und Landwirtschaft, aber auch der hohe Anteil älterer Bürger dürfe eben nicht vernachlässigt werden, sagte sie. Die seien in der Regel nicht mehr mobil und sehr dankbar, vor Ort medizinisch versorgt zu werden.

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