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Annäherung an Mackensen

Wie lebendig Geschichte wirken kann, erleben die Chefs von Museen und Heimatstuben in Brüssow. Dabei geht es aber nicht nur um spannende Fakten und die Forschung über einen Generalfeldmarschall.

Henning Ihlenfeldt, Leiter der Fürstenwerder Heimatstuben, hatte „Kartoffelchips“ zum Museumsverbund mitgebracht: Blechmarken, die zu LPG-Zeiten für jeden Korb gesammelter Kartoffeln ausgeteilt wurden.
Monika Strehlow Henning Ihlenfeldt, Leiter der Fürstenwerder Heimatstuben, hatte „Kartoffelchips“ zum Museumsverbund mitgebracht: Blechmarken, die zu LPG-Zeiten für jeden Korb gesammelter Kartoffeln ausgeteilt wurden.

„Wir sind dabei, uns dem Thema ein Stück weit zu nähern. Unbestreitbar war Mackensen eine ambivalente Persönlichkeit.“ Dem Brüssower Pfarrer Matthias Gienke war die Aufmerksamkeit von Museums- und Heimatstubenleitern der ganzen Uckermark sicher. Die reguläre erste Tagung des Uckermärkischen Museumsverbundes hatte sie aus Templin und Gerswalde, Gramzow und Wittstock, Fürstenwerder und Neu Kleinow, Angermünde und Schönermark in die nordöstlichste Kleinstadt des Landkreises geführt.

Generalfeldmarschall schützt Geistliche

In der Gesprächsrunde wollte der Historiker Lutz Libert wissen, wie die Brüssower zum Generalfeldmarschall August von Mackensen (1849 bis 1945) stehen. Der preußische Militär hatte es bis zum Adjutanten Wilhelm II. gebracht und wurde 1899 vom Monarchen geadelt. Mitte der 1930er Jahre erhielt der hochbetagte Mackensen die Brüssower Domäne von den Nationalsozialisten als Erbgut.

Erst nach 1990 wurde wieder offen über den Mann gesprochen. Später wurde bekannt, dass Mackensen Albrecht Schönherr zur Pfarrstelle in Brüssow verholfen hatte und sich schützend vor ihn und vermutlich weitere Geistliche stellte. Schönherr gehörte zur Bekennenden Kirche um Dietrich Bonhoeffer, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, und kam nach dem Krieg zu hohen kirchlichen Würden in Ostdeutschland.