:

Ans Fasten denkt beim Stollen niemand mehr

Neun uckermärkische Bäckereien stellen sich in Schwedt mit ihren Rezepten dem Urteil von Experten und Passanten. Dabei zeigt sich, wie viel Variationen es von diesem pfundigen Backwerk gibt.

Klaus Schreiber (Angermünde, links), Thomas Kolberg (Templin) und Frank Schäpe (Schwedt, rechts) präsentierten als Vorstand der Bäckerinnung im Oder-Center 20 Christstollen aus neun uckermärkischen Betrieben.
Oliver Spitza Klaus Schreiber (Angermünde, links), Thomas Kolberg (Templin) und Frank Schäpe (Schwedt, rechts) präsentierten als Vorstand der Bäckerinnung im Oder-Center 20 Christstollen aus neun uckermärkischen Betrieben.

Christstollen kannte man schon im 14. Jahrhundert als klösterliches Fastengebäck. Damals nur aus Hefe, Mehl und Wasser hergestellt, die süßen Zutaten kamen erst im 17. Jahrhundert hinzu. Für die uckermärkischen Bäcker gehört die Köstlichkeit in die Adventszeit. Und wer sich einen Vorgeschmack darauf holen wollte, welche handgemachten Stollen die Innungsbetriebe herstellen, war am Montag im Schwedter Oder-Center ein gern gesehener Gast. Neun Betriebe stellten dort 20 verschiedene Stollen vor.

„Er muss sehr gehaltvoll sein, einen hohen Fettanteil haben und sehr viele Früchte – Sultaninen, Mandeln, Rosinen – enthalten“, sagt Frank Schäpe auf die Frage, was einen guten Christstollen auszeichnet. Der 46-jährige Bäcker, der 1991 sein Unternehmen in Schwedt gegründet hat, stellte drei Stollen zur freiwilligen Qualitätsprüfung vor: Quark-, Mohn- und Butterstollen.

„Das Handwerk muss und kann mit Qualität überzeugen“, ist sich Thomas Kolberg sicher. Seit dem Jahr 1900 gibt es das Familienunternehmen in Templin, Sohn Benjamin hat in fünfter Generation Bäcker gelernt. Stollen werden bei Kolbergs schon immer gebacken. Aber ein altes Familienrezept gibt es nicht. „Nein, das Rezept wird ständig angepasst, weil sich ja auch die Qualität der Zutaten verändert. Und natürlich auch der Geschmack der Kunden“, so Thomas Kolberg.

Neben den Bäckereien Kolberg und Schäpe beteiligten sich auch die Firmen Them (Prenzlau), Schmidt (Gramzow), Börner (Schmölln), Möller (Templin), Mrozek (Templin), Schreiber (Angermünde) und Winkler (Storkow) am Stollen-Test im Oder-Center.