Geschäft auf Baustellen:

Arschkalt – im wahrsten Sinne des Wortes

Es gibt wohl kein heikleres Thema als den Gang zum WC. Nach Bekanntwerden der neuen Heizpflicht für Dixi-Klos hat sich unsere Reporterin Claudia Marsal trotzdem gewagt, darüber zu reden und auf Baustellen um Toiletten-(Aus-)Führungen gebeten.

Mobile Baustellentoiletten sollen beheizbar werden.
Claudia Marsal Mobile Baustellentoiletten sollen beheizbar werden.

Ab Winter 2014 greift auf Baustellen eine neue Arbeitsstätten-Verordnung, welche unter anderem fordert, dass die häufig aufgestellten Dixi-Klos Wohlfühltemperatur haben müssen. Kein Witz: Wenn in den mobilen Örtchen 18 Grad Celsius unterschritten werden, können die Verantwortlichen zur Kasse gebeten werden. Sie sollen Heizungen nachrüsten, sonst drohen Strafen. Grund zum Jubeln für die Bauarbeiterzunft? Das wollte der Uckermark Kurier wissen und hat bei den potenziellen Nutznießern dieser Regelung nachgefragt.

Bauleute wie Menschen behandeln

Gerüstbauer Silvio Kaiser streckt den Daumen in die Höhe: „Das wäre ja echt Klasse“, sagt der 34-Jährige. Denn schon jetzt im Herbst sei es auf den Dixi-Klos arschkalt – im wahrsten Sinne des Wortes. Er persönlich würde wunschtechnisch sogar noch einen Schritt weiter gehen: „Man sollte endlich anfangen, uns Bauleute wie Menschen zu behandeln und Container aufstellen, in denen man sich auch vernünftig mit warmem Wasser die Hände waschen kann.“ Dass selbst kaltes keine Selbstverständlichkeit ist, beweist sein Kollege Toni Seifert. Er führt die Reporterin zum blauen Örtchen seiner aktuellen Baustelle. „Ein Wasserhahn ist zwar installiert, aber Wasser gibt es nicht“, schimpft der 28-Jährige. Wie die anderen Kollegen versichert der Chemnitzer, dass das Dixi immer nur die Notvariante sei. „Ich glaube, alle sind froh, wenn eine Tankstelle in der Nähe ist oder man anderswo auf eine normale Toilette gehen kann.“

Mit mehreren Lagen Klopapier geschützt

Dem kann Mirko Hornberger nur beipflichten. Der 35-Jährige hat die Erfahrung gemacht, dass einem oft gar keine andere Wahl bleibt, als sich außerhalb der Baustelle umzusehen. „Immer mehr Auftraggeber sparen sich das mobile Klo nämlich ganz.“ In Prenzlau hätten er und seine Kollegen aber Glück gehabt, setzt der Gerüstbauer hinzu. „Wir arbeiten an der Jacobikirche und haben exzellente sanitäre Anlagen vorgefunden.“

Die Regel sei das aber nicht, weiß Mario Hartwig. Der 33-Jährige hat jahrelange Dixi-Klo-Erfahrung. „Man kann und will sich gar nicht vorstellen, wie es dort zugeht.“ Über Hygiene dürfe man sich keine Gedanken machen. Deshalb sei die Frage, ob eine Heizung für Wohlfühltemperatur sorgen soll oder nicht, sekundär. „Wir haben gelernt, uns mit mehreren Lagen Klopapier nicht nur gegen die Kälte zu schützen“, setzt Reimo Staat (44) abschließend hinzu.

 

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Geschäft auf den Baustellen? Schreiben Sie uns, hinterlassen Sie einen Kommentar oder rufen Sie an: 03984 864712.

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