Konzerterlebnis:

Bachs Passion lässt harte Bänke vergessen

Bereits zum 17. Mal wurde an einem Karfreitag Bachs Meisterwerk von der Kreuzigung Christi in der Prenzlauer Nikolai-Kirche aufgeführt. Für viele war es ein ganz besonderes Hör-Erlebnis, auch wegen der Gesangs-Solisten.

Drei Ensembles - eine Passion: Uckermärkischer Konzertchor, der Chor der Camerata Nova Stettin und das Preußische Kammerorchester führten gemeinsam eines der bedeutendsten Werke Bachs auf.
Thomas Walther Drei Ensembles - eine Passion: Uckermärkischer Konzertchor, der Chor der Camerata Nova Stettin und das Preußische Kammerorchester führten gemeinsam eines der bedeutendsten Werke Bachs auf.

Mitglieder des Uckermärkischen Konzertchores Prenzlau und der Chor der Camerata Nova Stettin gaben am Karfreitag gemeinsam mit dem Preußischen Kammerorchester unter Dirigent Eugeniusz Kus in der Prenzlauer Nikolai-Kirche ein Konzert. Aufgeführt wurde eines der bedeutendsten Werke Johann Sebastian Bachs: die Johannes-Passion. Wie groß die Resonanz auf diese 17. Konzert seiner Art an einem Karfreitag war, bewiesen die gut gefüllten Bänke in dem Gotteshaus.

Trotz geringer gemeinsamen Probenzeit spürte das Publikum bereits beim Erklingen des ersten Chores „Herr, unser Herrscher“, dass alle drei Ensemble um einen einheitlichen Klang sehr bemüht waren. Wenn auch einige Einsätze des Chores etwas zögerlich kamen, so imponierte er mit seiner Homogenität und einem schönen Klangvolumen. In seiner Rolle sowohl stimmlich als auch interpretatorisch traumhaft sicher war der Tenor Joseph Schnoor. Er sang den Part des Evangelisten. Auch die polnische Sopranistin Beata Panfil begeisterte immer wieder in den Arien mit ihrer leuchtend klaren Stimme das Prenzlauer Publikum. Lediglich Bassist Haakon Schaub konnte mit seiner schleppenden Interpretation des Pilatus nur teilweise überzeugen.

Ohne Johannes-Passion kein Ostern

Viele Gäste verließen nach dem Konzert sichtlich bewegt die Kirche. Gudrun Richter war bereits mehrfach bei einer solchen Aufführung. "Wenn ich diese Musik nicht höre, fehlt mir etwas zu Ostern." Und Peter Schubert aus Angermünde meinte: "Ohne die Passion fehlt mir eine Stück Sinngehalt am Osterfest." Manch einer spürte noch am Ende die harten Bänke. Da aber sprach Gerhard Maier vielen aus dem Herzen: "Ein Sitzkissen wäre nicht schlecht gewesen. Aber für diese zwei Stunden großartige Musik habe ich die Bank gern in Kauf genommen." Im nächsten Jahr will er wiederkommen. Aber dann vielleicht doch mit Kissen.

 

 

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