Reisende sitzen fest:

Bahnsteige verwaist durch Lokführer-Streik

Keine Züge, keine Informationen und keine Alternativen – das erlebten am Mitwoch Bahnreisende in der Uckermark. Am schlimmsten traf es Bahnkunden in Angermünde. Dort hieß es plötzlich raus aus dem Zug.

Aufgrund des Lokführerstreiks wirkte der Prenzlauer Bahnhof am Mittwochnachmittag wie leer gefegt.
Carsten Korfmacher Aufgrund des Lokführerstreiks wirkte der Prenzlauer Bahnhof am Mittwochnachmittag wie leer gefegt.

Zur besten Feierabendzeit zeigte sich am Mittwochnachmittag der Bahnhof in Prenzlau wie leer gefegt. Christian Heer aus Warnitz hatte noch Glück. Nur weil in der Berufsschule ein paar Unterrichtsstunden ausgefallen waren, erwischte der Berufsschüler um 14 Uhr den letzten Zug, mit dem er von Prenzlau nach Hause fahren konnte.

Für andere ergaben sich aus dem Streik allerdings schwerwiegende Konsequenzen. Constance Krug hatten die Auswirkungen des Streiks die Laune vermiest. Die Potzlowerin wollte eigentlich um 13.30 Uhr nach der Arbeit von Angermünde den Zug nach Hause nehmen. Der traf auch pünktlich ein. Aber nachdem sie sich in die hoffnungslos überfüllte Bahn gezwängt hatte, gab es eine Durchsage, in der die Passagiere aufgefordert wurden, auszusteigen.

Kindergruppe strandet in Angermünde

Nun standen circa 100 Menschen auf dem Bahnsteig und wussten nicht, wie es weiter gehen soll. Besonders schlimm sei die Situation für eine Gruppe von zwölf Kindern zwischen vier und sechs Jahren gewesen, die Angst hatten, dass sie an dem Tag nicht mehr zu ihren wartenden Eltern kommen. „Wir haben deswegen mit der Zugbegleiterin und dem Lokführer gesprochen und sie darum gebeten, wenigstens bis nach Pasewalk weiter zu fahren. Die haben dann auch eine halbe Stunde lang versucht, dafür die Erlaubnis zu bekommen. Aber der Lokführer meinte, es sei ihm verboten worden, weiter zu fahren“, schimpfte die Potzlowerin.

Bahn lässt Reisende im Ungewissen

In Templin standen Fahrgäste um 14.33 Uhr am Bahnsteig, um mit der Regionalbahn Richtung Berlin-Lichtenberg zu fahren. Was fehlte, war der Zug. Und Informationen. Denn sowohl die Laufschrift als auch die Automatenstimme verkündeten lediglich, dass der Zug ausfällt. „Keinerlei Informationen hier am Bahnhof, keine Aushänge, niemand, den man fragen kann, welche Alternativen es gibt“, schimpfte ein Templiner.