Gefährliche Unkenntnis:

Bauchschmerzen nach Notrufpanne

Wer die 112 wählt, hofft auf schnelle Hilfe. Doch die verzögert sich, wenn Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle den Ort nicht finden. So wie im Norden der Uckermark.

Die Rettungswege in den Norden der Uckermark sind nicht nur weit, sondern manchmal auch unerklärlich, wie das jüngste Beispiel von Milow zeigte.
Stephan Jansen Die Rettungswege in den Norden der Uckermark sind nicht nur weit, sondern manchmal auch unerklärlich, wie das jüngste Beispiel von Milow zeigte.

In die Fälle, bei denen Verzögerungen in der Rettungskette aufgetreten waren, hat sich der Kreistagsabgeordnete Herbert Heinemann von der Partei Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen (BVB) eingeschaltet. Ein Seniorenpaar aus Milow in der Gemeinde Uckerland hatte die 112 gewählt. Ihr Notruf kam in der Rettungsleitstelle Greifswald an, wo der zuständige Mitarbeiter den Ort Milow in seinem System nicht fand. Erst nach dem Hinweis des Mannes der kranken Frau auf die Rettungswache im benachbarten Strasburg kam zwar der Notarzt, aber der Rettungswagen irrte durch das Dorf. Der Landkreis Uckermark hat mit dem Nachbarlandkreis Vorpommern-Greifswald einen Vertrag über die Sicherstellung des Rettungsdienstes in 48 grenznahen uckermärkischen Orten geschlossen.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 20. Januar. Das Ehepaar in Milow und die Gemeinde Uckerland wissen immer noch nicht, wie solchen Pannen, die kein Einzelfall ist, vorgebeugt werden soll. Auch in Hetzdorf ist ähnliches passiert. Eine schlüssige Antwort des Landkreises auf eine Anfrage, die Herbert Heinemann von der Partei Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen (BVB) als Kreistagsmitglied gestellt hatte, haben sie noch nicht. Auf seine Nachfrage, ob Navigationsgeräte gewährleisten, dass alle Hausnummern exakt zu erreichen seien, wurde Heinemann einmal mehr vertröstet. Er erhalte eine schriftliche Antwort, hieß es aus dem Landkreis.

Kommentare (2)

Randzone bleibt Randzone, Leute, dass wird nach der Kreisgebietsreform noch deutlicher denn je. Das geht damit los ,das Kinder mit hohem Fieber aus der Notaufnahme gejagt werden, als nächstes wird bei einem Notruf, wenn man denn eine Verbindung erhält, nach dem Alter gefragt wird. Ab einem Alter von 50 rückt der Rettungsdienst nicht mehr aus(Anweisung der Politik, aus Kostengründen),weil lohnt sich nicht mehr. Wenn die Menschen Hilfe brauchen gibts dann im Internet Hinweise wo sich das nächste Krankenhaus befindet, inklusive der Busverbindung dazu. Internet ist sowieso ganz wichtig für die alten Menschen,die da auch perfekt mit umgehen können. Immer nur Gerede und Gerede, erst wenn Wahlen sind, dann werden auch Ortschaften in der Randzone wieder entdeckt.

Bitte Frau Strehlow, überprüfen Sie einmal diesen Satzanfang: "Der Landkreises Uckermark hat mit dem Nachlandkreis Mecklenburg-Greifswald..." Normalerweise kreide ich kleinere Fehler niemanden an. Aber in diesem Fall hatte ich im allerersten Moment Schwierigkeiten, den (vermeintlichen) Inhalt zu "entschlüsseln". Kleiner Tipp für den dritten Fehler im Text: Es gibt keinen Landkreis Mecklenburg-Greifswald.