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Bauherr legt sich mit dem Landkreis an

Bauherr Lars Radeke fühlt sich derzeit wie im falschen Film. Vor vier Jahren hat der 42-Jährige ein abrissreifes Haus gekauft. Jetzt, wo er es für 440 000 Euro sanieren möchte, kommt der Landkreis plötzlich auf die Idee, dass es unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Der Prenzlauer sieht damit den Umbau in Gefahr.

Der neue Besitzer wusste nicht, worauf er sich mit dem Haus in der Prenzlauer Karl-Marx-Straße 4 einließ.
Claudia Marsal Der neue Besitzer wusste nicht, worauf er sich mit dem Haus in der Prenzlauer Karl-Marx-Straße 4 einließ.

Hausbesitzer Lars Radeke fiel aus allen Wolken, als der Landkreis Uckermark bei seinem Bauantrag plötzlich Stopp rief. Völlig unerwartet für den 42-Jährigen war auf einmal die Rede davon, dass das abrissreife Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Er sah sein Investitionsvorhaben von 440 000 Euro in Gefahr und ging an die Öffentlichkeit. "Als ich das Haus 2012 gekauft habe, gab es dafür kein Indiz."

Carla Teschke, Leiterin des kreislichen Bauordnungsamtes, erklärt hingegen, dass das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege bereits 2002 den Denkmalwert festgestellt habe und dass das dem damaligen Eigentümer, der Wohnbau GmbH Prenzlau, mitgeteilt worden sei. Sie räumte jedoch ein, dass eine Eintragung des Objektes in die Denkmalliste dann aus unbekannten Gründen aber nicht erfolgte. Dafür zuständig gewesen wäre das Amt in Potsdam. Dennoch: Die Denkmaleigenschaft und der Schutz von Denkmalen seien nicht von der Eintragung in die Liste abhängig, stellt der Landkreis fest.

Aufgabe ihrer Behörde in Prenzlau werde es nun sein, so Carla Teschke, denkmalverträgliche und für die Nutzung geeignete Lösungen zu finden. Lars Radeke ist gespannt, wie diese aussehen sollen, denn er will von seinem Bauvorhaben so wenig wie möglich abgehen. "Es ging nie darum, hier Plastefenster einzusetzen. Aber ein behindertengerechter Zugang, eine Thermosolaranlage und bodentiefe Fenster sollten doch möglich sein", sagt der neue Eigentümer, der sogar schon Mieter für sein Haus hat. Der Bauherr ist froh, dass nach dem Gang an die Presse nun wenigstens Gesprächsbereitschaft von Seiten des Landkreises besteht. Bislang habe er bei den Gesprächen Kompromissbereitschaft vermisst. Ihm sei sogar lakonisch gesagt worden, dass Unwissenheit eben nicht vor Schaden schütze. "Ein Unding, dass in einer Behörde so mit Investoren umgegangen wird.,"