Zur Party gerast und Unfall gebaut:

Betrunkener Autofahrer fegt junge Frau von der Straße

Erst picheln, dann mit Vollgas zur Party – das hat Folgen. Ein Unfall beendet die rasante Alkoholfahrt im Auto des Vaters. Während Rettungskräfte eine schwerverletzte Frau aus ihrem zerbeulten Auto bergen, rennt der Unfallfahrer davon und verkriecht sich im Elternhaus.

Die Kameraden der Feuerwehr mussten die junge Frau aus ihrem Auto herausschneiden. Mehrere Fahrzeuge der Polizei und Rettungswagen waren ebenfalls im Einsatz.
Lars Friedrich Die Kameraden der Feuerwehr mussten die junge Frau aus ihrem Auto herausschneiden. Mehrere Fahrzeuge der Polizei und Rettungswagen waren ebenfalls im Einsatz.

Erst das Quietschen einer Vollbremsung, dann ein Knall, der in Prenzlau noch mehrere Straßen weiter zu hören war: Gegen 22.40 Uhr krachten Freitagnacht auf der Brüssower Allee zwei Autos zusammen. Es gab Verletzte. Mehrere Polizei-, Feuerwehr- und Rettungswagen waren im Einsatz. Eine Tragödie, ausgelöst offenbar durch eine typische Kombination: fahrlässige Jugendliche in Feierlaune. Drei Kumpels preschten nämlich mit einem schwarzen Opel aus Richtung Stadtmitte die Brüssower Allee entlang, als zeitgleich eine junge Frau mit ihrem Hyundai vom Igelpfuhl nach links auf die Straße abbiegen wollte. Der Opel rammte den Kleinwagen, wobei dessen 19-jährige Fahrerin eingeklemmt wurde. Die Rettungskräften mussten sie aus ihrem zerbeulten Auto befreien und mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus bringen.

Offensichtlich hatten die drei Freunde mit anderen zuvor gefeiert, dabei "tief ins Glas geschaut", und dann beschlossen, zum Seefest nach Warnitz zu fahren. Das jedenfalls wussten etliche Jugendliche zu berichten, die die Aufräumarbeiten nach dem Unfall verfolgten und den 24-jährigen Unfallfahrer kannten. Sie wussten auch zu berichten, dass dieser sich den Opel seines Vaters unter den Nagel gerissen hatte – nicht zum ersten Mal. Schon öfter sei er in der Stadt am Steuer des Wagens gesehen worden. Und das, obwohl er gar keinen Führerschein besitzt.

Nach dem folgenschweren Zusammenprall soll der Fahrer weggerannt sein und ein Beifahrer gegenüber Passanten behauptet haben, er sei gefahren. Dieser blutete im Gesicht, was dafür spricht, dass er neben dem tatsächlichen Fahrer saß: Auf der Beifahrerseite des schwarzen Wagens war nämlich die Frontscheibe gesplittert und sah aus, als wäre dort jemand mit dem Kopf eingeschlagen. Auch der Vater des 24-Jährigen eilte zum Unfallort, sein Sohn soll sich unterdessen zu Hause verkrochen haben.

Polizeihauptkommissar Matthias Drafz aus der Prenzlauer Wache bestätigte die rasante Alkoholfahrt der drei Partyleute durch die Stadt und dass der Fahrer keine gültige Fahrerlaubnis hat. Die Beamten ermitteln noch, gehen aber von einem Gesamtschaden an beiden Autos von mindestens 16 000  Euro aus.Kurz nach Mitternacht wurde die Brüssower Allee Freitagnacht wieder freigegeben. Zurück blieben ein paar Körner von dem Bindemittel, das auf der Straße verstreut worden war, um die Rutschgefahr durch ausgelaufenes Öl zu mindern. Und ein Jugendlicher, der sagte: „Ich weiß jetzt auf jeden Fall, dass ich nicht besoffen fahre.“

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