Empörte Mutter:

Brandbrief an das Schulamt

Eine Familie aus Prenzlau hat genug. Ihr Vorwurf: Dem ältesten Sohn würden auf dem Gymnasium jegliche Perspektiven verbaut. Der Schulleiter wollte dazu Stellung beziehen. Er darf aber nicht.

Vier Lehrer in einem Schuljahr: Deshalb sollen die Mathe-Noten "unterirdisch" sein, heißt es unter anderem in dem Schreiben.
Roland Holschneider Vier Lehrer in einem Schuljahr: Deshalb sollen die Mathe-Noten "unterirdisch" sein, heißt es unter anderem in dem Schreiben.

Es gibt jede Menge Eltern, die meckern, weil sie mit der Beschulung ihres Nachwuchses nicht zufrieden sind. Und dann gibt es Familien, die sich trauen, einen Schritt weiter zu gehen. So wie Nadine Jahnkow. Sie hatte die ständige Unzufriedenheit ihrer Kinder satt und deshalb einen Beschwerdebrief ans Landesamt für Schule und Bildung verfasst: „Nach langem Beobachten muss ich etwas loswerden, das in meinen Augen nicht mehr lange gut gehen kann... Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass in Brandenburg (vor allem in Prenzlau) die Jugend verloren scheint... Mein Ältester (von drei Kindern) wird 15 Jahre alt und geht auf das Prenzlauer Gymnasium.“

Ein Beispiel: der Lehrermangel

Doch dort würden dem Jungen zunehmend Steine in den Weg gelegt, jemals etwas erreichen zu können. „Er ist ehrgeizig und hat klare Ziele vor Augen, aber was von Bundesministerium und Schulamt von der Kindergartenzeit an hier in die Förderung unserer Kinder investiert wird, gleicht einem Witz.“

Als Beispiel führt sie an, dass das Gymnasium in Prenzlau wegen Lehrermangels keinen Lateinunterricht mehr anbieten kann. „Was machen die, die Medizin studieren möchten?“ Nun sei kurz vor dem Schuljahreswechsel auch noch Psychologie vom Plan gestrichen worden – wieder wegen fehlender Lehrer.

Keine Zukunft für den Nachwuchs?

Die empörte Mutter listet zudem „unterirdisch schlechte Mathe-Noten“ auf, „weil innerhalb eines Schuljahres vier verschiedene Lehrer im Einsatz waren...“ Eine Extra-Förderung sei nicht möglich... „Und das ist nur die Spitze des Eisberges – die überhöhten Kitakosten, Lehrermangel, schlechte Bezahlung der Lehrkräfte, fehlende Fördermöglichkeiten in Form von Kursangeboten... „Selbst mittelständige Haushalte können sich kaum noch was leisten. Hier wird man als Elternteil regelrecht dazu getrieben, wegziehen zu müssen, um wenigstens dem Nachwuchs eine gute Zukunft und Bildung bieten zu können. Ist das wirklich im Sinne der Politik? Sehen Sie wirklich keinen Handlungsbedarf? Ich bin ehrlich enttäuscht... Geschrieben von einer berufstätigen Mutter, die dennoch fast auf Hartz IV-Niveau leben muss und in dieser Gegend für ihre Kinder keine Zukunft sieht.“

Vom Amt gab es bislang keine Reaktion. Der amtierende Leiter des Gymnasiums wollte dazu Stellung nehmen, bekam aber von seiner vorgesetzten Behörde nicht die Genehmigung dazu.

Sehen Sie die gleichen Probleme wie diese Mutter, oder haben Sie bessere Erfahrungen mit dem Schulunterricht gemacht? Schreiben Sie uns einen Kommentar.