Demonstrationen in Prenzlau:

Bürgermeister sieht Vorwürfe nicht gerechtfertigt

Nach den Demonstrationen am Sonnabend in Prenzlau wird Kritik an Hendrik Sommer laut. Statt sich politisch zu positionieren, stellte sich das Stadtoberhaupt in der Jacke des Ordnungsamtes zwischen die Fronten.

Bürgermeister Hendrik Sommer (Zweiter von links) trat am Samstagabend bei den Demonstrationen als Ordner auf.
Guido Berg Bürgermeister Hendrik Sommer (Zweiter von links) trat am Samstagabend bei den Demonstrationen als Ordner auf.

Die Demonstrationen am vergangenen Sonnabend in Prenzlau sorgen noch immer für Wirbel. Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) steht in der Kritik. Die Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen in der Uckermark werfen ihm vor, dass er nicht an der Kundgebung "Buntes Prenzlau - kein Platz für Fremdenhass" teilgenommen hat. Sie kritisieren, dass er stattdessen für das Ordnungsamt auftrat und sich "zwischen die Fronten" stellte.

"In der Woche vor den Demonstrationen haben mich viele Prenzlauer angesprochen. Sie hatten Angst davor, dass Geschäftsfenster eingeworfen oder Barrikaden errichtet werden", schilderte Sommer. Deswegen hatte er sich entschieden, am Samstagabend für Sicherheit zu sorgen. Schon während der Demonstrationen habe sich gezeigt, dass seine Entscheidung und die der Verwaltung richtig gewesen sei, denn es habe Provokationen auf beiden Seiten gegeben, so Sommer. "Wir zeigen bereits an vielen Stellen Haltung gegen Rechts. Die Verwaltung arbeitet eng mit dem ,Bunten Bündnis Couragiertes Prenzlau' zusammen. Auch dort muss ich mir Kritik von Rechts anhören", betonte Sommer.