Rennen um Direktmandat entschieden:

CDU-Mann verspricht „Nägel mit Koeppen“

Jens Koeppen gewinnt das Direktmandat für den Bundestag im Wahlkreis 57 Uckermark-Barnim. Die Konkurrenz ist völlig chancenlos. Die Christdemokraten feiern ihr bestes Ergebnis seit über 20 Jahren.

Jens Koeppen ist der strahlende Sieger der Bundtagswahl in der Uckermark. Mit einem sensationellen Ergebnis eroberte der CDU-Politiker das Direktmandat und feierte diesen Erfolg in Schwedt.
Lisa Walter Jens Koeppen ist der strahlende Sieger der Bundtagswahl in der Uckermark. Mit einem sensationellen Ergebnis eroberte der CDU-Politiker das Direktmandat und feierte diesen Erfolg in Schwedt.

Um 18.20 Uhr flimmerte am Sonntag das erste Ergebnis über den Bildschirm, aus Ziemkendorf im Randowtal. 32 gültige Stimmen gab es dort, Jens Koeppen (13 Stimmen) setzte sich vor Stefan Zierke (12) und Sabine Stüber (6) sofort an die Spitze. Und diese Führung sollte der CDU-Kandidat nicht mehr abgeben. Alle, die an einen engen Dreikampf gelaubt hatten, wurden früh eines Besseren belehrt. Polßen meldete als zweiter der 337 Wahlbezirke des Wahlkreises Uckermark-Barnim seine Ergebnisse. Und da holte Koeppen 52 Stimmen, Zierke 16, Stüber 15. Als um 18.30 Uhr 46 Wahlbezirke gezählt hatten, lag Koeppen schon bei 43 Prozent. Lange Gesichter bei Frank Bretsch und Olaf Theiß von der SPD, die das Geschehen im Pressezentrum der Kreisverwaltung verfolgten.

Als klar wurde, dass Jens Koeppen nicht nur in den Dörfern, sondern auch in den Städten überlegener Sieger dieser Wahl sein würde, konnte die CDU in Schwedt zum Feiern übergehen. „Unglaublich, wir können es gar nicht fassen“, reagierte Koeppen auch hocherfreut. Seit den 90er Jahren mache man Politik in Hochburgen der SPD, damals der PDS und der Linken. Niemand hätte nach allen Niederlagen so ein Ergebnis erwartet. „Mit dieser Basis im Hintergrund haben wir hier im Land ganz neue Möglichkeiten“, wertete er sein Ergebnis. Noch mehr freue er sich für die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die Kollegen, die Parteimitglieder. „Sie haben solange geackert und jetzt fahren wir endlich die Ernte ein! Einfach nur phänomenal! Wir haben allen Grund zu feiern!“, so Jens Koeppen. Ausgelassene Stimmung also bei der CDU-Wahlparty in Schwedt.

Sabine Stüber (Die Linke), die vor vier Jahren mit 32 Prozent überraschend das Direktmandat gegen SPD-Urgestein Markus Meckel gewonnen hatte, kam um 19.30  Uhr in die Kreisverwaltung. Da stand ihre Niederlage bereits fest. „Sogar in meinem Wohnort hat es nicht gereicht“, sagte Stüber mit Blick auf die Ergebnisse aus Chorin: Koeppen 119, Stüber 58, Zierke 57 Stimmen. „Das ist bitter“, so die Links-Politikerin. 

„Es sieht nicht gut aus“, musste auch Uwe Schmidt die Erwartungshaltung der SPD-Mitglieder, die sich in der Gaststätte „Zur Fischerstraße“ in Prenzlau eingefunden hatten und dort auf ihren Kandidaten Stefan Zierke warteten, dämpfen. Gerade noch reagierten sie enttäuscht auf den Bundestrend ihrer Partei. Man hatte sich mehr ausgerechnet. Offensichtlich habe der auf Kanzlerin Merkel zugeschnittene Wahlkampf mehr gezogen als der auf Sachthemen orientierte ihrer Partei, hieß es aus der Runde.

Stefan Zierke sieht in diesem Bundesergebnis auch eine Ursache seines Abschneidens. „Wir hatten einen guten Wahlkampf, haben vor Ort unsere Arbeit geleistet.“ Woran es gelegen hat, dass er nicht mehr Stimmen holen konnte, müsse nun ausgewertet werden, reagierte der Prenzlauer.

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