Preisträger am Tag der Einheit:

„Danke dem Herrgott, dass ich diesen Tag erleben durfte“

Die Wende und die Deutsche Einheit haben Lebenslinien durcheinander gewirbelt. Auf ganz unterschiedliche Weise prägten sie die Leben der uckermärkischen Preisträger   Günter Janz, Wolfgang Ehrhardt und Hans-Julius Schroeder.

Günter Janz, Verwaltungsdirektor der GLG-Klinik am Wolletzsee.
Heiko Schulze Günter Janz, Verwaltungsdirektor der GLG-Klinik am Wolletzsee.

An die Nacht vom 9. zum 10. November 1989, als die Berliner Mauer fiel, kann sich Günter Janz noch sehr gut erinnern. Vielmehr an den frühen Morgen danach. Als der damalige Westberliner vom Fenster aus jede Menge Trabis sehen und hören konnte.

Der heute 60-Jährige hätte sich vor 23, 24 Jahren nicht träumen lassen, zum 1. Februar 2001 die Position des Verwaltungsdirektors der GLG-Klinik am uckermärkischen Wolletzsee zu übernehmen. Ironie der Geschichte, dass er quasi aus dem einstigen Privatbereich des DDR-Stasi-Chefs Erich Mielke heraus die Klinik mit über 200 festen Mitarbeitern führt.

„Seine soziale und finanzpolitische Kompetenz überzeugen bis heute. Dabei stellt er den Mensch nicht als ‚Mittel zum Zweck‘ in den Mittelpunkt“, würdigt Frank Bretsch am 3. Oktober in seiner Laudatio die Persönlichkeit von Günter Janz. So gehörte dieser am Tag der Deutschen Einheit zu jenen drei Uckermärkern, deren Engagement mit dem Ehrenpreis des Landkreises gewürdigt wurde. Diese Gelegenheit, nutze der Verwaltungschef der Klinik sogleich, um Mitstreiter für die Sicherstellung der Gesundheitsfürsorge im ländlichen Bereich zu gewinnen: „Die Sterblichkeitsrate ist in der Uckermark um ein neunfaches höher als im Ballungsgebiet Berlin. Hier müssen wir neue Wege gehen, vorhandene Gesundheitseinrichtungen vernetzten.“

Nicht weniger engagiert streitet Hans-Julius Schroeder aus Passow für seine Region. „Ich danke dem Herrgott, dass ich diesen Tag erleben durfte“, erinnert sich der 83-Jährige an den 3. Oktober 1990. Für die Fraktion CDU/Demokratischer Aufbruch wurde er bei den ersten freien Wahlen am 18. März 1990 mit dem viertbesten Ergebnis in die zehnte und damit letzte Volkskammer der DDR gewählt.

Bei allen Umbrüchen im Leben des 83-Jährigen, der sich als Journalist, Landwirt, Politiker und Preisrichter im Pferdesport engagierte, blieb er dem roten Faden treu: auszusprechen, was andere nur zu denken wagen.

Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl schlug den dritten Preisträger vor: Wolfgang Ehrhardt aus Schwedt. Der 74-Jährige Vorsitzende des Schwedter Briefmarken-Sammlervereins e.V. gehörte 1989/1990 zu den ersten Bürgern, die Kontakte in die neue Partnerstadt Leverkusen knüpfte.

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