Alte Post:

Das wird das Schmuckstück in der City

Noch fristet die alte Post in der Friedrichstraße ein unrühmliches Dasein. Doch schon 2015 soll das denkmalgeschützte Gebäude in neuem Glanz erstrahlen. Vier Millionen Euro werden in den Umbau des Objektes fließen. Investor ist die Wohnbau GmbH.

Hier soll für vier Millionen Euro ein Umbau gestemmt werden.
Claudia Marsal Hier soll für vier Millionen Euro ein Umbau gestemmt werden.

Eine zentralere Lage gibt es wohl kaum in Prenzlau. Direkt am Eingang der vielfrequentierten Friedrichstraße gelegen darf man die alte Post mit Fug und Recht als eines der Filetstücke der City bezeichnen. Kein Wunder also, dass der stadtgrößte Vermieter, die Wohnbau GmbH, sofort zuschlug, als das Objekt zum Kauf stand. Das Unternehmen trug sich nämlich seit langem mit dem Gedanken, ein neues Kundenzentrum zu errichten. Der Noch-Firmensitz in der Mühlmannstraße krankt schließlich nicht nur an seiner abgeschiedenen Lage, sondern auch an äußerst maroder Bausubstanz.

„Wir haben zwar versucht, den beiden Gebäuden dort in den vergangenen Jahren noch neuen Anstrich zu verleihen, auch Umbauarbeiten wurden vorgenommen. Doch das konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das perspektivisch keine Option mehr gewesen wäre, weder für unsere Mitarbeiter noch für die Kunden“, sagte Geschäftsführer René Stüpmann im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

Die alten Gebäude sollen deshalb abgerissen werden, wenn die Wohnbau GmbH „irgendwann in 2015“ ihr neues Domizil in der Innenstadt bezogen hat. Doch bis dahin liegt jede Menge Arbeit vor den Akteuren. Schließlich lässt sich die Wohnbau GmbH den Umbau des denkmalgeschützten Hauses richtig etwas kosten. Circa vier Millionen Euro werden in den nächsten Monaten in den Standort fließen.

Arbeiten haben schon begonnen

Im Außenbereich sind bereits Ausschachtungen begonnen worden. Im Haus selbst läuft zurzeit die Entkernung an. Stüpmann zufolge wird man nach Fertigstellung das Dachgeschoss fremdvermieten. Das Erdgeschoss wird der eigentliche Kundenbereich werden. „Endlich barrierefrei, denn nicht nur die Mieter, auch die Angestellten werden ja älter“, setzte Pressesprecher Thomas Wesche hinzu.

So hätten dann selbst Mitarbeiter mit Handicap die Chance, im Rollstuhl ihrer Tätigkeit für das Unternehmen nachzukommen. Der Geschäftsführer stellte im Gespräch mit den Medien nochmals die zentrale Lage des neuen Unternehmenssitzes als Hauptgewinn heraus. „Für 95 Prozent unserer Mieter werden sich die Wege damit verkürzen“, freut er sich.

Alter Firmensitz wird abgerissen

Was die Zukunft des bisherigen Firmensitzes anbelangt, erklärte Wesche, dass das Areal weiter im Besitz der Wohnbau GmbH verbleiben wird. „Wir haben nicht vor, es zu veräußern. Vielmehr ist hier perspektivisch neue Wohnbebauung vorgesehen“, kündigte René Stüpmann an. Die Lage dort erfreue sich großer Nachfrage bei der Mieterschaft, wie man schon bei der Vergabe der Wohnungen in der gegenüberliegenden Schwester Straße 23-27 gesehen habe.

Die sanierten Altbauwohnungen gingen weg wie warme Semmeln. Das bestärkte das Unternehmen darin, demnächst in unmittelbarer Nachbarschaft ein weiteres Projekt anzugehen. Die Schwedter Straße 36 soll bis Ende nächsten Jahres ausgebaut werden. Für 900 000 Euro werden hier fünf Altbauwohnungen auf modernsten Standard gebracht. Es sind eine Drei-Zimmer-Wohnung und vier Zwei-Zimmer-Wohnungen zu sanieren. Dank öffentlicher Fördermittel könne man bereits zu Beginn 2014 mit dem Umbau starten. An dem Haus werden übrigens nachträglich Balkone angebaut und alte, aufgearbeitete Holztüren, die aus einem Abrissobjekt in der Friedhofstraße stammen, eingesetzt. Die Firmenspitze ist zuversichtlich, dass es auch hier keine Probleme bei der Vermietung geben wird. Bereits jetzt hätten Prenzlauer Interesse an diesem Objekt bekundet, so Wesche. Kein Wunder, hat sich die Schwedter Straße in den letzten Jahren doch zu einer Prachtallee mit wunderschönen Altbauten gemausert.

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