Ausstellung weckt Kindheitserinnerungen:

DDR-Weihnachten fiel meist spartanisch aus – na und!

Viele Familien bekamen in den letzten Tagen die Geschenkeflut kaum noch in den Griff. Vor allem die Haushalte mit Kindern und Enkeln platzten aus allen Nähten. Präsente im Überfluss. Zeit zur Rückbesinnung, meint nicht nur Redakteurin Claudia Marsal.

Das war oft die einzige Habe der Kinder.
Claudia Marsal Das war oft die einzige Habe der Kinder.

Spielekonsolen, Handys, Fernseher, Legosets, Barbieschlösser – Weihnachten 2013 war für viele Kinder Konsumterror pur. Angesichts der Geschenkemassen, die angeschleppt wurden, konnte einem himmelangst werden. Mir jedenfalls ging es so. Sicher, der Handel freute sich. Umsätze, die noch über dem Rekordjahr 2012 lagen... Aber ganz ehrlich, ich war nur äußerst gering daran beteiligt. In unserer Familie fand das Weihnachtsfest noch abgespeckter als sonst statt. Nicht, weil wir plötzlich finanzielle Not leiden, sondern weil es mir gegen den Strich geht, dass immer zu Feiertagen die Konsumkeule geschwungen wird. Vor allem den Kindern gehen doch jegliche Wertemaßstäbe verloren. Ich habe mich deshalb mit meinem Nachwuchs hingesetzt und Bilder angeschaut. Fotos von Weihnachten 1969 bis 1989 förderten wir zutage. Und sie staunten. In einem Jahr hatte ich eine Puppe mit glänzendem Plastekopf bekommen, meine Schwester einen Plüschhund mit Schlappohren.

Weiter nichts. Oder doch, nicht zu vergessen natürlich der "bunte Teller", den meine Mutter mit ein bisschen Naschwerk bestückt hatte und je zwei Orangen. Schon das Verspeisen war ein Fest sondergleichen. Daran erinnere ich mich noch. Im Jahr darauf gab es dann Puppenkleider für das Präsent des Vorjahres, selbstgestrickt. Aber das machte sie ja so besonders im Vergleich zur Massenware, die Weihnachten 2013 unter den Tannen lag. Sicher hätten wir uns damals auch über das Doppelte und Dreifache an Geschenken gefreut. Aber das war nicht drin. Und das war auch gut so.

Das jedenfalls teilten mir in diesem Jahr viele Leser mit, die auf die Fotos und Berichte über die "Kindheitserinnerungen"-Ausstellung des Dominikanerklosters reagiert hatten. "Ich habe sogar noch Spielzeug von damals. Dazu gehört ein Teddy, den ich vor 40 Jahren vom Weihnachtsmann bekam", schrieb beispielsweise Ines Markgraf. Carmen Gödke mailte: "Heute werden die Kinder zu materiell erzogen." Jens Winselmann merkte an: „Einfach herrlich. Da war Weihnachten noch was ganz Besonderes, und unser soziales Netzwerk hieß ,draußen`." Daniela Stark meinte: "Wir haben uns gefreut, wenn die Oma noch ein Kleidchen gestrickt hat für die Püppi."  "Ich hatte einen Kaufmannsladen und denke sehr gerne daran zurück. Einen Teddy gab es auch mal. Der bekam gleich noch eine Strickhose an, was war ich stolz darauf", schrieb Manuela Schindler.

Auf die Gefahr hin, es mir mit dem Handel jetzt ganz zu verderben, erneuere ich daher meinen Appell: Lasst uns aussteigen aus dieser Konsumspirale.

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