Zu knuffig zum Essen:

Der dicke „Teddy“ wird nicht gebraten

Wer Hasen züchtet, hat zumeist ein großes Herz. Edelgard Ristau ist der beste Beweis dafür. Sie lebt und handelt nach dem Motto: Tiere sind doch auch nur Menschen.

Teddy ist der Liebling. Mit seiner Rasse „Kalifornier“ ist Züchterin Edelgard Ristau sehr erfolgreich.
Claudia Marsal Teddy ist der Liebling. Mit seiner Rasse „Kalifornier“ ist Züchterin Edelgard Ristau sehr erfolgreich.

Manchmal ist es eben doch von Vorteil, wenn man nicht ganz so schön ist wie die anderen. Das beste Beispiel für diese These dürfte Hase „Teddy“  sein. Denn dank seines knuddeligen Übergewichts und seiner für viele Züchter nicht ganz normgerechten Fellstruktur bleibt dem Vertreter der Rasse „Kalifornier“ viel Stress erspart. Während seine Besitzerin Edelgard Ristau alle Stallkollegen mit Idealmaß verfügen zu Ausstellungen kutschiert, kann der dicke „Teddy“ daheim bleiben und sich weitere Pfunde anknabbern. Angst, so zum idealen Sonntagsbraten zu werden, muss er nicht haben. „Teddy“ ist nämlich der Liebling der 74-Jährigen.

Liebe und Zärtlichkeit scheinen überhaupt die Zauberworte zu sein, auf denen der Erfolg der Kaninchenzüchterin fußt. Frei nach dem Motto „Tiere sind auch nur Menschen“ wendet sie viel Zeit auf, damit es ihren 36 Hasen gut geht. „Ich glaube, das ist so ein Frauending mit dem Mögen und Namengeben“, gesteht sich die Vize-Chefin des Templiner Rassekaninchenzuchtvereins lachend ein. Sie weiß beispielsweise von männlichen Kollegen, die ihre Tiere bei schlechter Benotung sofort einen Kopf kürzer machen. „So was gibt es bei mir nicht“, versichert sie schmunzelnd. „Denn so ein Tier wächst einem doch ans Herz, wenn man es hochpäppelt.“

 

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!