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Der frühe Bibliothekar fängt die echten Bücherwürmer

VonLeonie MielkeDie „Flebben“ gibt es erstab 18? Falsch. Für die Stadtbibliothek gibt es den Führerschein schon für Vorschulkinder. Aber nur, wenn sie ...

Tamina (links) und Lucie kennen zwar erst ein paar Buchstaben, freuen sich aber schon sehr darauf, wenn sie endlich richtig lesen können.    FOTO: Leonie Mielke

VonLeonie Mielke

Die „Flebben“ gibt es erst
ab 18? Falsch. Für die Stadtbibliothek gibt es den Führerschein schon für Vorschulkinder. Aber nur, wenn sie sich gut zwischen den Regalen auskennen.

Prenzlau.„Was müsst ihr machen, wenn ihr vergessen habt, das Buch zurückzubringen?“, fragte Erzieherin Liane Peotrowske. Luise, Tamina und Tim überlegten einen Moment. Dann platzte es aus Luise heraus: „Wir rufen in der Bibliothek an und verlängern die Ausleihzeit.“ Richtige Antwort, die von der Leiterin der Stadtbibliothek im Dominikanerkloster Prenzlau, Katrin Kaesler, mit der Übergabe des Bibliotheksführerscheins belohnt wurde.
Dreimal hatten die Vorschulkinder aus der Prenzlauer Kita „Freundschaft“ die Kinderbibliothek besucht und sich mit der Einrichtung vertraut gemacht. Der sechsjährige Florian erzählte, dass er jedes Mal ein Buch mit nach Hause genommen habe, das ihm seine Mutter vor dem Schlafengehen vorlas.
Am Mittwoch war der große Tag, an dem den Mädchen und Jungen der Bibliotheksführerschein übergeben wurde: Zuerst las Katrin Kaesler eine Geschichte vor. Danach zeigten die Kinder ihren Eltern und Großeltern, dass sie die Bibliothek von A bis Z kennen und bekamen in einer kleinen Zeremonie die Urkunde überreicht. Die Mitarbeiter der Stadtbibliothek hatten die Aktion „Ich bin Bib(liotheks)fit – der Bibliotheksführerschein für Kindergartenkinder“ ins Leben gerufen, um Kinder für Bücher zu begeistern. „Die Kleinen lernen, dass es neben Fernsehen und Computer noch ganz andere Welten gibt.“ Außerdem bringe Lesen doch einfach Spaß, meinte Katrin Kaesler.

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