Wütende Jäger:

Der Wald ist doch keine Müllkippe!

Flaschen, Pappbecher, Kühlschränke – viele Besucher lassen Müll in Wäldern liegen. Jäger ziehen jedes Jahr los, um ihn zu säubern. Mancher Umweltsünder bekommt danach unerfreuliche Post. 

Die Jagdgemeinschaft Blankenburg-Seehausen vor den „Jagdtrophäen“ des Jahres 2015.
Thomas Walther Die Jagdgemeinschaft Blankenburg-Seehausen vor den „Jagdtrophäen“ des Jahres 2015.

Die Jäger der Jagdgemeinschaft Blankenburg-Seehausen waren wieder einmal auf der Jagd. Sie haben eine Menge „Trophäen“ mitgebracht: jede Menge leere Farbeimer aus Plastik, teilweise noch gefüllt, Flaschen, Pappbecher und sogar Bauschutt. Am Ende kamen gut drei Kubikmeter Abfall zusammen. Jedes Jahr zu Ostern sammeln sie den Müll in ihrem 1600 Hektar großen Jagdgebiet zwischen Blankenburg und Seehausen ein - schon seit der Wende.

Dietmar Grapentin: „Es ist wohl inzwischen eine Unsitte geworden, seinen Abfall während der Fahrt aus dem Autofenster zu entsorgen. Denn jedes Jahr finden wir reichlich Zigarettenkippen und auch Pappbehälter von Fast-Food-Ketten.“  Im vergangenen Jahr fanden sie sogar zwei komplette Kühlschränke.

Empfindliche Strafen für Umweltverschmutzung

Mittlerweile ist der Müll schon weniger geworden. Nach der Wende, so erzählte Obmann Karl-Heinz Seedorf, hätten sie noch ganze Küchen im Wald gefunden. Zwei bis drei Container hätten sie da für den Abtransport gebraucht.

Manchmal hinterlassen die Mülltouristen sogar ihre Adresse. „Wir haben schon oft alte Briefe oder sogar Rezepte im Müll gefunden“, so Dietmar Grapentin. Die Leute bekamen dann unerfreuliche Post vom Ordnungsamt. Denn das Entsorgen von Müll ist nicht nur ein Frevel. Wer erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Inzwischen sehen die Jäger auch gezielt nach, ob sich eine Adresse finden lässt.

 

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