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Die beißen nur ein wenig ...

Eine junge Heilpraktikerin aus der Region setzt auf eine etwas unkonventionelle Behandlungsmethode. Sie nutzt bei ihren Therapien Blutegel. Besonders für Menschen mit chronischen Krankheiten könnten die Tiere die Symptome lindern.

Kein Grund, sich zu ekeln: Anja Walter zeigt ihre Therapietiere.
Claudia Marsal Kein Grund, sich zu ekeln: Anja Walter zeigt ihre Therapietiere.

In die Praxis von Anja Walter kommen häufig Menschen, die in der konventionellen Medizin bereits als austherapiert gelten. Patienten, die seit Jahren unter heftigen Migräneanfällen leiden, über erhöhten Blutdruck klagen, wegen Gelenkentzündungen kaum noch gehen können oder aufgrund eines Tinnitus nicht mehr in den Schlaf finden. Bei vielen Fällen erreicht die Heilpraktikerin eine Linderung der Beschwerden auf unkonventionelle Art, wie sie sagt. Ihre Arznei sind nämlich Blutegel. Die Tiere ordert die Heilpraktikerin seit Jahren von einer medizinischen Farm und setzt sie den Patienten auf den Körper.

Je nach Krankheitsbild kommen in einer Sitzung vier bis fünf Tiere zum Einsatz. Die Tiere saugen sich an der Haut fest. Bis zu 50 Milliliter Blut werden dem Kranken je Tier abgezapft. Die Egel fallen erst ab, wenn sie vollgesogen und satt sind. Das dauert ungefähr eine Stunde. Während dieser Zeit haben sie ihre Speichelflüssigkeit in den menschlichen Körper abgegeben, und genau darauf fußt die heilende Wirkung, sagt Anja Walter. Das Prozedere sei fast schmerzfrei, und es müsse niemand Angst haben, dass die Egel durch Körperöffnungen ins Innere gelangen, sagt Walter: „Das kann nicht passieren.“