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Die Innereien dürfen nicht auf den Mist

"Dank" der Geflügelpest-Hysterie sind derzeit viele Enten, Hühner und Gänse einen Kopf kürzer. Eher als ursprünglich geplant.

Wer seine Hühner so frei laufen lässt, riskiert zurzeit Strafen.
Claudia Marsal Wer seine Hühner so frei laufen lässt, riskiert zurzeit Strafen.

Hertha und Georg Millner hatten nach Bekanntwerden des Aufstallungsgebotes nicht lange gefackelt. Obwohl die beiden Rentner ihr Geflügel erst später hatten  schlachten wollen, „weil es dann keine Spillerfedern mehr hat“, holten sie die Messer nun eher heraus. „Besser als wenn wir sie über Wochen noch eingepfercht hätten“, versicherten die beiden im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

So wie die Millners machen in diesen Tagen viele Geflügelhalter kurzen Prozess. Vor allem weil sie die Ausgangssperre für die Tiere für quälend halten, aber auch weil sie Angst haben, dass sich ihre Enten, Gänse und Hühner vielleicht doch noch die gefährlichen Viren einfangen. Und natürlich weil niemand das Strafgeld zahlen will, das erhoben wird, wenn die Kontrolleure der Kreisverwaltung noch freilaufendes Geflügel entdecken.

Besser als auf engstem Raum zusammengesperrt

Auch Amtstierarzt Dr. Achim Wendlandt denkt, dass das besser ist, als die Tiere auf engstem Raum zusammen zu sperren. Die Sorge, dass ein Tier vorm Schlachten schon unbemerkt erkrankt sein könnte, kann er zwar nicht nehmen. Aber der Veterinär versichert, dass hohe Temperaturen den Erreger abtöten würden. Der Gefrierprozess allein reiche dafür noch nicht aus. „Doch hierzulande verzehrt ja niemand den Braten roh.“ Dr. Achim Wendlandt weist vor diesem Hintergrund aber darauf hin, die Innereien der Vögel nicht, wie vielleicht sonst praktiziert, auf den Misthaufen zu werfen. „Dann ist die Gefahr zu groß, dass sie von anderen Tieren gefressen werden.“ Er rät stattdessen dazu, Innereien in den Hausmüll zu werfen oder alternativ ganz tief im Boden zu vergraben.

Der Amtstierarzt warnt abschließend noch mal davor, das aktuellen Geflügelpest-Virus auf die leichte Schulter zu nehmen und die Schutzmaßnahmen als übertriebenen Aktionismus abzutun. Die Prävention mache Sinn und sei immens wichtig.