Behörde schickt Bagger los:

Die letzten Tage einer Bruchbude

Blindow gehört zu den Orten, an deren Durchfahrt die viele Ruinen stehen. Jetzt hat der Landkreis veranlasst, eine von ihnen abzureißen.

Jetzt ist die Hauswand des baufälligen Hauses Blindow eingestürzt.
Claudia Marsal Jetzt ist die Hauswand des baufälligen Hauses Blindow eingestürzt.

Alte, baufällige Häuser sind jeder Kommune ein Dorn im Auge. Blindow macht da keine Ausnahme. Der Prenzlauer Ortsteil hat zum Leidwesen seiner Bewohner sogar recht viele davon. Die meisten stehen  direkt an der  B 109, sind somit auch sichtbar für den Durchreiseverkehr. Doch nun ist das Schicksal der ersten Bruchbude besiegelt worden. Ein total zerfallenes Gebäude wird in den nächsten Tagen abgerissen. Nicht vom Besitzer selbst, sondern in einer so genannten Ersatzvornahme im Auftrag des Landkreises Uckermark durch ein Bauunternehmen.

Klaus-Dieter Schulz, der das Objekt von seinen verstorbenen Eltern geerbt hatte, ist die Baufälligkeit durchaus bewusst. „Aber ich habe kein Geld, um etwas machen zu lassen.“ Insofern nützten auch die Schreiben des Bauordnungsamtes wenig, das nachdrücklich auf die wachsende Einsturzgefahr hinwies. „Ich kann einen Abriss nicht bezahlen“, ließ der von Hartz IV lebende 62-Jährige die Behörde wissen. Der Landkreis gab trotzdem nicht nach, sondern ließ das Objekt zunächst provisorisch mit Flatterband einzäunen.

Den Abriss bezahlt vorerst der Kreis

In dieser Woche rückte nun der Abrissbagger an. Alle straßenbegleitenden Gebäude auf diesem Grundstück werden dem Erdboden gleich gemacht. Die Baufirma wird zunächst von der Kreisverwaltung bezahlt, doch sie hat einen Titel, den sie beim Eigentümer versuchen wird zu vollstrecken. Dass bei dem Mann aktuell wenig zu holen ist, ist dabei erst mal sekundär. Die Schuld im fünfstelligen Bereich bleibt stehen.

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