Tragischer Wildunfall:

Doppelter Hasentod berührt die Menschen

Tote Tiere am Straßenrand – daran haben sich Kraftfahrer vermutlich schon gewöhnt. Doch längst nicht alle lässt die Tatsache kalt, dass da ein Lebewesen umgekommen ist. In diesem Fall erwischte es sogar zwei Langohren. Am Ende steht immer die Frage: Wohin damit?

Selbst im Tod noch vereint, diese beiden Hasen ließen vor Schönermark ihr Leben. Weggeräumt hat die Kadaver bislang niemand.
Claudia Marsal Selbst im Tod noch vereint, diese beiden Hasen ließen vor Schönermark ihr Leben. Weggeräumt hat die Kadaver bislang niemand.

Zu Wochenbeginn haben wieder zwei Hasen den Tod gefunden. Die beiden Langohren lagen morgens steifgefroren am Straßenrand. Kurz hinter Schönermark hatte sie in der Dunkelheit vermutlich ein Auto erfasst. Der Tod im Doppelpack ist sicher die Ausnahme, aber dass Tiere so ihr Leben lassen, gehört zum Alltag. Rund 500 000 Rehe, Wildschweine, Marder, Dachse, Füchse & Co. pro Jahr überleben den Zusammenstoß mit Fahrzeugen nicht. Unsere Leserin Christin Kolloff sagt: „Ich ertrage solche Bilder nicht. Sie brennen sich ein.“ Katrin Heinold bestätigt: „Ja, ganz furchtbar, das ist momentan auf meinem Arbeitsweg traurige Realität.“ Die Polizei warnt vor Ausweichmanövern, im Zweifelsfall sollte man lieber drauf halten, als mit einem Schlenker am nächsten Baum zu halten.

Was aber tun, wenn das Tier den Aufprall mit dem Leben bezahlt? Der Gesetzgeber hat da keine klaren Regelungen getroffen, bedauert Harald Wendt vom Landkreis Uckermark. Der zuständige Jagdpächter/Jäger habe theoretisch das Aneignungsrecht beim Fallwild. „Er darf, aber er muss es nicht wegräumen“, setzt der Experte hinzu.

Als Verursacher des Wildschadens darf man aber auch nicht selbst in guter Absicht tätig werden. Die Mitnahme des Kadavers ist Wilderei und wird als Straftat geahndet. Was man tun sollte: Polizei informieren, in den Wachen liegen Listen mit den Namen der zuständigen Jäger.

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