Landesgartenschau:

Dülmener Herbstrose schmeckt vorzüglich

Pomona ist die römische Göttin des Obst- und Gartenbaus. Pomologen identifizieren Obstsorten. Im Musterkleingarten auf der Landesgartenschau sind gleich mehrere Experten zu Gast. Was gut ist, denn der Andrang ist enorm.

Experten bestimmen die Apfelsorten der uckermärkischen Grundstückbesitzer und Gartenfreunde.
Oliver Spitza Experten bestimmen die Apfelsorten der uckermärkischen Grundstückbesitzer und Gartenfreunde.

Henry Block ist der erste in der langen Schlange und packt mehrere Tüten, gefüllt mit Äpfeln und Birnen aus. „Mein Sohn hat ein Grundstück in Sternhagen gekauft, da stehen viele alte Obstbäume drauf“, erzählt der Berliner. Er selbst habe auch einen Kleingarten und versucht, die Sorten selbst zu bestimmen. „Aber es gibt so viele davon, das ist für einen Laien nicht einfach.“ Hans-Georg Kosel nimmt sich zuerst einen fahlgelben Apfel vor. „Ein Ontario“, sagt der Fachmann, „ein Wirtschaftsapfel mit hohem Vitamin C-Gehalt, eine wertvolle Sorte aus Nordamerika“, so sein Urteil. Und eine späte Sorte. „Der schmeckt erst ab Dezember und hält sich bis Mai.“ Dann packt Henry Block mehrere kleine rote Äpfel aus. „Der aromatischste Apfel, den ich kenne, zwei Stück füllen einen ganzen Raum mit ihrem Duft aus“, schwärmt der Berliner. Und der Oranienburger Pomologe kennt dessen Namen: „Schöner von Herrnhut“.

Ein saftiger, süßsäuerlicher Apfel aus dem Zittauer Land, gezüchtet um 1880. Kosel staunt über die Größe der Herrnhuter: „Da muss es Ihrem Baum aber sehr gut gehen.“ Die nächsten Äpfel, die Block vor dem Pomologen ausbreitet, sehen goldig aus. Und so heißen sie denn auch: „Goldparmäne“. Ein schon im 16. Jahrhundert in der Normandie gezüchteter und beliebter Apfel, der über Frankreich und England nach Deutschland kam, eine der ältesten Apfelsorten überhaupt.

„Der kann aber nicht lange lieben und muss flott gegessen werden“, gibt Kosel dem Berliner mit auf den Weg. Denn nach vier bis fünf Wochen werde der Apfel mehlig. „Am besten frisch vom Baum essen.“

Walter Matznick hat seinen Apfelbaum „geerbt“. „Der stand bei meinem Schwiegervater im Garten am Igelpfuhl. Als vor 40 Jahren die Gärten weg mussten, weil dort die Plattenbauten entstanden, habe ich den kleinen Baum bei mir eingesetzt.“

Aus dem kleinen Bäumchen ist mittlerweile ein 16 Meter langes Spalier geworden. Dutzende Tonnen hat Walter Matznick seitdem geerntet, gegessen, verschenkt. Bislang namenlos, aber nun ist er klüger: „Dülmener Herbstrosenapfel“ heißt diese schmackhafte, saftige, besonders große Sorte.

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