Trauer am Schwanenteich:

Ein Elternteil liegt plötzlich tot am Straßenrand

Mehrere Jahre in Folge haben sich die Kraftfahrer am Schwanenpaar an der B 109 erfreut - nun das.

Blutiger Tod an der Bundesstraße. Der Vogel hat offenbar den Crash mit einem Auto nicht überlebt.
Claudia Marsal Blutiger Tod an der Bundesstraße. Der Vogel hat offenbar den Crash mit einem Auto nicht überlebt.

Sie schienen sich wohl zu fühlen in ihrem Tümpel an der B 109. Mehrere Jahre infolge brüteten zwei Schwäne direkt an der vielbefahrenen Bundesstraße zwischen Prenzlau und Pasewalk. Auch 2013 stand ihre Elternschaft wieder unter einem guten Stern.

In den vergangenen Monaten zogen die beiden Vögel fünf Junge groß. Diese hatten es mittlerweile zu respektablen Maßen gebracht. Doch am Wochenende hat es für die possierliche Schwanenfamilie ein einschneidendes Erlebnis gegeben.

Am Sonnabend lag ein Elternteil plötzlich tot am Straßenrand - blutverschmiert und mit aus dem Körper hängenden Gedärmen. Der Rest der Tierfamilie marschierte lange Zeit aufgeregt an der Fahrbahn hin und her.

Doch der verendete Vogel war nicht mehr zum Leben zu erwecken. Da half alles herzzerreißende Wehklagen des Partners nicht. Aufgrund der Verletzungen ist wohl davon auszugehen, dass der Schwan einem Autounfall zum Opfer fiel. Schließlich waren die Elternteile nebst Brut wiederholt beim waghalsigen Überqueren der Fahrbahn beobachtet worden. Aufgrund der Nähe der Autobahnauffahrt der A20 herrschte in ihrem Lebensumfeld aber immer viel Verkehr, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis es einmal zum Crash kam.

Da leben die Schwäne am Prenzlauer Uckersee ruhiger. Sie werden ab und an nur von dreisten Menschen gestört, die sich trotz Warnung den Kleinen nähern und dann vom Vater flügelschlagend in die Flucht getrieben werden.

Es wäre natürlich auch möglich, dass es am Tümpel auf dem Feld neben der B109 einen Revierkampf gegeben hat. Schwäne stehen in dem Ruf, das Territorium ihrer Familie bis aufs Blut zu verteidigen. Dabei haben manche schon ihr Leben gelassen. Doch Beweise dafür gibt es in diesem Fall nicht.

Fakt ist, dass dem zurückgebliebenen Partner nun vermutlich ein Leben in Einsamkeit bevorsteht, denn Schwäne sind für ihre Monogamie bekannt. Stirbt einer, dann sucht der andere in der Regel keinen neuen Partner mehr. Und die Kinder sind irgendwann flügge und gehen eigene Wege.

Die Pendler auf der B109 werden die Geschichte gewiss mit Interesse weiterverfolgen. Übrigens: 24 Stunden später war der Körper des toten Tieres schon vom Straßenrand weggeräumt.

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