Neuer Chefdirigent der Preußen:

Ein Engländer in Prenzlau

Das einzige Orchester der Uckermark hat wieder einen Chefdirigenten. Unter 130 Bewerbern setzte sich James Lowe durch.

James Lowe (links) hat mit seinem künstlerischen Konzept auch seinen neuen Arbeitgeber Jürgen Bischof überzeugt.
Monika Strehlow James Lowe (links) hat mit seinem künstlerischen Konzept auch seinen neuen Arbeitgeber Jürgen Bischof überzeugt.

Uckermark. Zwei Jahre hatte das Preußische Kammerorchester keinen Chefdirigenten. Jetzt gibt ein Engländer den Takt des einzigen Orchesters in der Uckermark an. James Lowe unterschrieb am Mittwoch den Vertrag mit der Uckermärkischen Kulturagentur, die den 38-Jährigen für die nächsten Jahre verpflichtete. Lowe dirigiert renommierte Ensembles in Schottland, wo er 15 Jahre wirkte, aber auch in Moskau, Tokio und Indianapolis. Zudem arbeitete er mit Ensembles in vielen europäischen Ländern, Südafrika und den USA zusammen.

Der in Berlin lebende Bratschist und Dirigent zeigt sich neugierig auf Neues, bewarb sich auch deshalb auf die Ausschreibung in Prenzlau, wo er sich unter 130 Bewerbungen durchsetzte.

Balance zwischen Kunst und Kosten

Das erste Konzert mit dem „Neuen“ geben die Preußen am 14. Mai zur Eröffnung der Putbusser Festspiele. Jetzt wird Lowe die Spielzeit 2015/16 vorbereiten. Ideen hat er viele, will dabei die Balance zwischen Hochkünstlerischem und Bezahlbarem halten. Der so gar nicht steife Engländer mit dem charmanten Deutsch kommt in eine bewegte Zeit hinein. Denn der aktuelle Vertrag mit dem Landkreis läuft 2016 aus. Und niemand weiß, ob sich mit einer brandenburgischen Kreisgebietsreform  die Vorzeichen für die Kultur ändern.