Nachbarschaftsstreit:

Ein schmaler Streifen Land wird zum Zankapfel

Jahrzehntelang haben die Eltern von Gisela Günther und später sie selbst geduldet, dass die Nachbarn einen Streifen ihres Grundstücks mit nutzen. Doch jetzt soll damit Schluss sein. Die Melzowerin will den alten Zustand wieder herstellen. Doch das macht Probleme.

Dieter Günther beharrt auf seinem Recht. „Wir werden nicht klein beigeben“.
Claudia Marsal Dieter Günther beharrt auf seinem Recht. „Wir werden nicht klein beigeben“.

Seit Wochen schon macht Dieter Günther nachts kaum noch ein Auge zu. Der 72-Jährige liegt und grübelt, steht auf, legt sich wieder hin und grübelt weiter. Seine Frau Gisela hat der Rentner damit schon angesteckt. Sie teilt seine Ängste, weil es streng genommen ja die ihren sind. Denn das Stückchen Land, um das der Melzower kämpfen will, gehört rein rechtlich ihr.

Sie hat es geerbt von ihren Eltern und die wiederum von den ihren. Der Hof, auf dem heute Gisela und Dieter Günther leben, ist seit Jahrzehnten in Familienbesitz. Doch zu tiefster DDR-Zeit schon traten die Eltern der heutigen Besitzerin einen schmalen Randstreifen an die LPG ab.

Doch nun hat der angrenzende Hof zum dritten Mal den Besitzer gewechselt und Dieter Günther ist die Provisorien leid. „Ich habe deshalb beim Katasteramt eine Neuvermessung beantragt, der auch stattgegeben wurde“, berichtet er. Seitdem stehen mehrere neue Holzpfähle vorm Zaun, und auf dem Pflaster sieht man Farbmarkierungen, die den Grundstücksumriss genau so wiedergeben, wie sich Dieter Günther das vorgestellt hat. Nur hat ihm die Behörde bei seinem Vorhaben, den Zaun jetzt 2,80 Meter zurückzusetzen, erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der zuständige Mitarbeiter wies ihn darauf hin, dass die gesetzten Markierungen noch nichts Verbindliches seien, sondern lediglich eine Veranschaulichung der Ergebnisse des Katasternachweises für diese Grenze, der bislang nur in Form einer Gemarkungsurkarte aus dem Jahr 1862 vorliege. Endgültige Klärung des Nachbarschaftsproblems soll nun ein so genannter Grenztermin bringen, bei dem am 17. Oktober alle betroffenen Seiten gehört werden.

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