Fassungslosigkeit zum Schichtwechsel:

Feuer frisst sich durch Prenzlauer Werk

Ein Feuer vernichtet am Montagmorgen große Teile der Boryszew Oberflächentechnik Prenzlau GmbH. Anwohner werden evakuiert.

Verzweifelter Kampf gegen die Flammen auf dem Werksgelände.
Heiko Schulze Verzweifelter Kampf gegen die Flammen auf dem Werksgelände.

14.35 Uhr: Die Brandursachenermittler werden erst am Dienstag mit ihrer Arbeit vor Ort beginnen können. Derzeit sind viele Gebäude einsturzgefährdet oder bereits zusammengebrochen. Statiker sind zur Prüfung herangezogen worden.

14.30 Uhr: Die Messungen der Spezialisten aus Schwedt haben ergeben, dass es in Bündigershof und Wollenthin keine Belastung durch Schadstoffe gegeben hat, die die Gesundheit beeinträchtigen, zeigt sich Dr. Andreas Heinrich auf Nachfrage des Uckermark Kurier etwas erleichtert. Dennoch bleibt die Evakuierung beider Ortsteile aufrecht erhalten. "Solange wir nicht wissen, wie es im Inneren des Gefahrgutlagers auf dem Betriebsgelände aussieht, können wir keinerlei Risiko eingehen." Ein Bagger der Firma BTT ist vor Ort eingetroffen. Er wird die Einsatzkräfte vor Ort unterstützen, die  sehr bedacht bei der Untersuchung des Lagers vorgehen müssen. Welche Chemikalien dort lagern, ist im Detail bekannt. Aber nicht, ob diese unter der enormen Hitzeeinwirkung miteinander reagiert haben.

13.00 Uhr: Die Gefahr, dass das Feuer erneut aufflammen kann, ist weitgehend gebannt. Die verbliebenen Glutnester werden bewacht. Erster Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren packen ihre Technik zusammen. Ein kräftezehrender, mittlerweile sieben Sunden andauernder Einsatz liegt bereits hinter ihnen.

12.20 Uhr: Die Gefahrstoffeinheit aus Schwedt ist mit ihren Fahrzeugen in Bündigershof und Wollenthin unterwegs, um weitere Messungen durchzuführen. Von deren Ergebnis hängt ab, ob die Evakuierung in den beiden Prenzlauer Ortsteilen weiter aufrecht erhalten werden muss, informierte der Beigeordnete Dr. Andreas Heinrich. Für den Fall der Fälle bleibe die Turnhalle der Artur-Becker-Grundschule am Robert-Schulz-Ring weiterhin die Anlaufstelle.

Die beiden Orte waren sehr stark von der Rauchentwicklung betroffen.

Weiter geschlossen bleiben heute auch die Lebensschule Uckermark, die Betriebe im Gewerbegebiet Ost (AWP) sowie das Oberstufenzentrum Uckermark.

292 Mitarbeiter bangen um ihren Arbeitsplatz

12.05 Uhr: Insgesamt 292 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten in dem vom Brand betroffenen Werk  der Ymos Group eine Arbeit gefunden. Sie bangen um ihre berufliche Zukunft. Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer, der den Brand als "schweren Schlag" für die betroffenen Menschen bezeichnet, betont: "Die Stadt sichert dem Unternehmen jedwede mögliche Unterstützung zu."

10.20 Uhr: Verkehrsteilnehmer müssen sich weiterhin auf eine großräumige Umfahrung der Unglücksstelle einstellen. Die Brüssower Allee ist stadtauswärts ab Abzweig Siedlungsstraße voll gesperrt.

10.05 Uhr: Neben ersten Anwohnern sind die Mädchen und Jungen aus der Lebensschule Uckermark in der Brüssower Allee im Notquartier Turnhalle der Artur-Becker-Grundschule am Robert-Schulz-Ring eingetroffen. Das Lehrpersonal ist dabei, die Eltern telefonisch zu verständigen und zu bitten, ihre Kinder von dort abzuholen.

10.00 Uhr: Die Gefahrstoffeinheit aus Schwedt wurde angefordert und ist unterwegs zum Unglücksort in der Kreisstadt.

Brandursache wird untersucht

9.50 Uhr: Der Kriminaldauerdienst untersucht parallel zu den Löscharbeiten die Brandursache. Es sind dazu viele Vermutungen im Umlauf, doch noch ist alles Spekulation. Die Polizei revidiert ihre Auskunft dahingehend, das die Galvanisierung doch von dem Feuer zerstört worden ist. Zumindest äußerlich verschont blieb eine Lagerhalle im hinteren Bereich des Betriebsgeländes. Wie es im Inneren dieser Halle aussieht, ist derzeit noch unbekannt. Das Feuer richtete einen Schaden in Millionenhöhe an.

8.50 Uhr: Sandra Urland, Pressesprecherin der Polizei, kann in einem Zwischenstand berichten, dass die Galvanik-Halle auf dem Betriebsgelände von den Flammen verschont geblieben ist. Das Feuer sei offensichtlich südlich von diesem Bereich ausgebrochen und wurde dann durch den Wind über den Montagebereich, das Lager bis hin zum Verwaltungsgebäude getrieben.

8.45 Uhr: Der Polizeihubschrauber mit dem Kreisbrandmeister an Bord ist wieder gelandet. Mit dem Blick von oben konnten drei noch bestehende Glutnester ausfindig gemacht werden, schildert der Beigeordnete Dr. Andreas Heinrich. Alle Anstrengungen werden derzeit darauf konzentriert, ein Übergreifen auf die Halle, in der Chemiekalien gelagert sind, zu verhindern. 

So wird die Evakuierung von Bündigershof und Wollenthin weiter aufrecht erhalten. Ein Notquartier ist in der Turnhalle der Artur-Becker-Grundschule am Robert-Schulz-Ring eingerichtet.

Wer nicht selbstständig die Notunterkunft aufsuchen kann, erhält Hilfe unter der Telefonnummer 03984 75 2132

Was war Montagmorgen geschehen?

Ein grauenvolles Bild bot sich jenen Betriebsmitarbeitern, die Montagmorgen zur Frühschicht am Werk in der Brüssower Allee eintrafen. Schwarze Rauchschwaden, vom Wind weithin sichtbar über die Kreisstadt getrieben, ließen bereits nichts Gutes erahnen. Vor Ort bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen. Werkhallen auf dem Betriebsgelände des Autoteilezulieferes brannten in voller Ausdehnung.

Unter höchstem Einsatz kämpfen die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren gegen die Flammen. Ein Polizeihubschrauber wird angefordert, nimmt den Kreisbrandmeister auf, um sich aus der Luft einen Überblick über die Ausdehnung des Brandes verschaffen zu können. Die Flammen kommen einem benachbarten Chemiekalienlager bedrohlich nahe.

Fenster und Türen schließen

Vorsorglich lässt die Prenzlauer Stadtverwaltung die Turnhalle der Artur-Becker-Grundschule am Robert-Schulz-Ring als Stätte einrichten, in der evakuierte Anwohner aufgenommen werden können. Gegen 8 Uhr fällt die Entscheidung, Bündigershof und Wollenthin vorübergehend zu evakuieren, bestätigt der Beigeordnete Dr. Andreas Heinrich: "Wir bitten alle, denen die Rauchwolken bedrohlich nahe kommen, Fenster und Türen geschlossen zu halten."

Offensichtlich keine Verletzten

Noch ist nichts bekannt über mögliche giftige Substanzen in dem Rauch. Geschäftsführer Lutz Suhrbier zeigte sich in einer ersten Reaktion trotz großer Betroffenheit erleichtert darüber, dass es offensichtlich keine Verletzten im Zusammenhang mit dem Großfeuer gegeben hat.

Der Uckermark Kurier berichtet in Print und Online über weitere Entwicklungen an diesem Montag, dem 13. April.

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