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Freiheitsbotschaft fällt vom Himmel

Am 25. Jahrestag des Mauerfalls stiegen in Berlin tausende Heliumballons in den Himmel. Zwei davon sind am Dienstag in der Uckermark gefunden worden und lösten dort bei den Findern großen Jubel aus.

Bei dieser Familie aus Kleinow herrschte nach dem Fund des Ballonrestes große Aufregung.
Claudia Marsal Bei dieser Familie aus Kleinow herrschte nach dem Fund des Ballonrestes große Aufregung.

Von Kleinow nach Berlin sind es Luftlinie 112 Kilometer. Bei gut fließendem Verkehr würde ein Durchschnittsauto die Strecke in anderthalb Stunden schaffen. Wie lange aber bräuchte ein fliegendes Objekt dafür? Diese Frage stellten sich Dienstagfrüh die Jeskes in Kleinow, als sie an ihrem Gartenzaun den Fetzen eines Helium-Ballons fanden. Obwohl dieser leider an dem Ende zerrissen war, wo sich vermutlich Strick und Herkunftszettel befunden hatten, war für Ingrid Jeske eins sonnenklar: „Der stammt aus Berlin, wo am Wochenende der 25. Jahrestag des Mauerfalls begangen wurde.“

Offen sagen können, was man denkt

Fast zeitgleich informierte auch Edith Schirrmacher den Uckermark Kurier. Ihr Mann Günter war bei seiner Morgenrunde am Ortsausgang von Grünberg ebenfalls auf einen Ballon-Fetzen gestoßen. Der 79-Jährige erwischte allerdings das richtige Ende, sprich den Teil, an dem noch ein Stück Schnur und ein Herkunftszettel hingen. Ein Mitglied der SPD Oberhavel hatte auf das Papier folgende Zeilen geschrieben: „Ich bin froh, in einem freien Land zu leben  und offen sagen zu können, was ich denke, sowie verreisen zu dürfen, wohin ich will.“