Lebensgefahr am Bahnübergang:

Fuß vom Gas am Andreas-Kreuz

Unbeschrankte Bahnübergänge – sie sind eine Gefahr. In Prenzlau gibt es zwar nur noch einen, aber selbst dort wird viel falsch gemacht. Und das sagt immerhin ein Fahrlehrer.

Anders als am beschrankten Übergang am Schwarzen Weg kommt wenige Meter davor nur noch selten ein Zug vorbei. Aber wenn, dann sollte man vorsichtig sein.
Claudia Marsal Anders als am beschrankten Übergang am Schwarzen Weg kommt wenige Meter davor nur noch selten ein Zug vorbei. Aber wenn, dann sollte man vorsichtig sein.

„Man, man, man  ... Jeder Zweite würde hier durch die Prüfung fallen.“ Kopfschüttelnd steht Fahrlehrer Andreas Meyer am einzigen unbeschrankten Bahnübergang von Prenzlau und kommentiert das dortige Geschehen. Die meisten Kraftfahrer passieren diesen Bereich, ohne vom Gas zu gehen. Sicher, auch Meyer weiß, dass auf dem zweiten Gleis am Schwarzen Weg nur noch selten ein Zug fährt. „Aber darauf kann man sich eben nicht verlassen“, weiß er.

Und dann ziehe bei einer Kollision mit einem Zug der Pkw-Fahrer den Kürzeren, wie dieser Tage erst wieder ein furchtbarer Bahn-Crash nahe Neustrelitz zeigte.

Vorsicht auch an beschrankten Übergängen

Statistiken zeigten, dass in 66  Prozent aller Unfälle dort die Pkw-Fahrer schuld seien, sagt Meyer. Doch selbst an Stellen, wo Schranken vorhanden seien, dürfe man sich nicht blind darauf verlassen, mahnt der Experte. Die Straßenverkehrsordnung schreibe auch hier vor, dass man langsam heran fahren und sich vergewissern muss, dass kein Zug kommt. „Schließlich kann die Schranke auch mal defekt sein oder der Rangierer einen Fehler machen“, begründet der Fahrlehrer diese Regel.

Doch daran halten sich offenbar nur die wenigsten. In der Praxis bleibt das meist ungestraft, außer es gibt einen Crash. Aber bei der Fahrprüfung endet so ein Verstoß in der Regel mit dem Nichtbestehen.