Startschwierigkeiten:

Gelbe Säcke dümpeln am Straßenrand vor sich hin

Der gelbe Sack hat ausgedient. Leichtstoffe müssen jetzt im Behälter gesammelt werden. Statt aller 14 Tage werden diese einmal im Monat abgeholt. Nur hat sich das noch nicht überall herumgesprochen.

Wie gewohnt, haben auch in Röpersdorf die Bewohner ihre gelben Säcke vor einer Woche vor die Grundstücke gelegt. Abgeholt wurden sie bislang noch nicht.
Horst Skoupy Wie gewohnt, haben auch in Röpersdorf die Bewohner ihre gelben Säcke vor einer Woche vor die Grundstücke gelegt. Abgeholt wurden sie bislang noch nicht.

Wie soll das gehen, fragt sich Ilka-Maria Mach. Ihren Verpackungsmüll soll sie nicht mehr im gelben Sack sammeln, sondern in der gelben Tonne. Die fehlt aber noch auf dem Hof der Zollchowerin. Dafür liegen nicht nur vor ihrem Grundstück, sondern  im ganzen Ort sowie in Röpersdorf  gelbe Säcke schön nebeneinander gestellt vor den Grundstücken. Schon seit einer Woche und niemand holt sie ab.

„Ich habe  überall herumtelefoniert, bis ich letztlich mit jemanden von der Firma Alba in Schwedt gesprochen haben“, erzählt Ilka-Maria Mach. Dort erfährt sie, dass mit Beginn des Jahres alles anders sein wird. Leichtstoffe werden künftig im Behälter gesammelt. Anders als die gelben Säcke, die bislang alle 14 Tage eingesammelt wurden, wird die gelbe Tonne nur noch alle vier Wochen geleert.

„Woher sollen wir denn das wissen?“, fragt sie. Dass dies alles schon in der Zeitung gestanden haben soll und im Abfallratgeber des Landkreises Uckermark für das Jahr 2014 nachzulesen sei, habe sie von dem Alba-Mitarbeiter erfahren. „Mal ehrlich, wer blättert schon den Abfallratgeber durch?“, fragt sie, zumal dieser erst kurz vor Jahresende ausgeliefert worden war.

Vielmehr interessiert jetzt die Zollchowerin, wann sie nun ihre gelbe Tonne erhält und was mit den gelben Säcken an den Straßenrändern passieren soll.

„Neben Prenzlau sind auch noch einige wenige Ortschaften im Prenzlauer Umland sowie im Boizenburger Land ohne neue gelbe Tonne“, sagt Peter Keller, Geschäftsführer der ALBA Uckermark GmbH, die im Landkreis für die Entsorgung der Leichtstoffe zuständig ist. Bis Ende des Quartals sollen alle Behälter ausgeliefert sein. „Bürger aus dem Prenzlauer Raum, die bislang noch keine gelbe Tonne erhalten haben, können ihre Leichtverpackungen selbstverständlich bis zum Erhalt der Tonne wie bisher über den gelben Sack entsorgen“, stellt Peter Keller klar. Auf Wertstoffhöfen und von der Firma Alba können Betroffene notfalls neue gelbe Säcke beziehen.

Anders als bislang, werden die Leichtstoffe künftig nur noch alle vier Wochen abgeholt. „Das reicht nicht“, sagt Sibylle Lipski, Ortsvorsteherin in Petznick mit Blick auf übervolle Tonnen. Vor allem in größeren Familien würden mehr Leichtstoffe anfallen, meint sie. „Der Abfuhrrhythmus von 28 Tagen für die Gelben Tonnen (240 l) statt bislang 14 Tagen für die Gelben Säcke wurde zwischen dem Landkreis Uckermark und den dualen Systemen abgestimmt“, sagt dazu der Alba-Geschäftsführer.  „Eine zusätzliche Entsorgungsmöglichkeit neben der eigenen Tonne sieht die Abstimmungsvereinbarung zwischen Landkreis und dualen Systemen nicht vor.“ Bürger, die ihre gelben Säcke noch nach dem alten Rhythmus vor die Grundstücke gelegt haben, sollten diese wieder einsammeln und erst am Abfuhrtag wieder herauslegen.

Ernst-Werner Schmidt aus Templin gefällt die Lösung mit den gelben Tonnen besser. „Ich komme gut hin, außerdem ist die Tonne hygienischer“, findet er. Die Plastetüten rissen leicht oder wurden von Krähen aufgehackt. Wer bewusst einkauft, seine Tetrapacks faltet, komme auch mit der Tonne aus.

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