Ärger mit der Arbeitsagentur:

Genervt von ständigen Callcenter-Angeboten

Telefonieren als Job, das liegt längst nicht jedem. Und doch bekommen offenbar immer wieder dieselben Menschen Arbeitsangebote aus dieser Branche. Die Betroffenen fragen sich, warum die Stellen nicht längst dauerhaft besetzt sind, wenn sie doch so toll sein sollen.

Auch in der Uckermark suchen Tausende Menschen zum Teil schon seit Jahren vergeblich nach neuer Arbeit. Doch viele, vermeintlich gute Job-Offerten zerschlagen sich bei genauerem Hinsehen, berichten Betroffene.
Martin Schutt Auch in der Uckermark suchen Tausende Menschen zum Teil schon seit Jahren vergeblich nach neuer Arbeit. Doch viele, vermeintlich gute Job-Offerten zerschlagen sich bei genauerem Hinsehen, berichten Betroffene.

Wer händeringend einen Job sucht, der freut sich über Post vom Arbeitsamt oder aus dem Jobcenter – davon ist erstmal auszugehen. Schließlich könnte jeder Brief die langersehnte Neuanstellung bringen. Doch die Praxis sieht offenbar anders aus. Andreas Schwarze aus Tantow beispielsweise gehört zu denen, die die Behördenbriefe mit immer gemischteren Gefühlen öffnen. Denn sie beinhalten, so seine Erfahrung, in der Regel nur das Eine: Vermittlungsansinnen aus der Callcenter-Branche.

Dieser Tage erst wieder flatterte dem jungen Vater so ein Schreiben ins Haus: „Sehr geehrter Herr Schwarze, Ihre Bewerbung erfolgt persönlich im Rahmen einer  Informationsveranstaltung des Arbeitgebers XY (Name ist der Redaktion bekannt) mit nachfolgendem Auswahlverfahren und persönlichem Einzelgespräch. Ich lade Sie hiermit im Namen des zukünftigen Arbeitgebers zu dieser Informationsveranstaltung für die Tätigkeiten eines telefonischen Kundenbetreuers bzw. Kundenbetreuers schriftlich und telefonisch ein ...  Bitte kommen Sie am Dienstag, den 03.02.2015, um 10.00  Uhr direkt zur Firma XY ... Bringen Sie dazu Ihre komplette aussagekräftige Bewerbung mit ... Sehen Sie dies bereits als Vorstellungsgespräch an. Zu diesem Anlass erwartet der Arbeitgeber entsprechende Kleidung.  Sollten Sie zu dem angegebenen Termin verhindert sein, bitte ich Sie um eine  kurze Nachricht. mfg ...“ Andreas Schwarze reagiert mittlerweile genervt darauf, weil seiner Meinung nach jeder in diese Branche gedrängt werden soll, egal ob er sich eignet oder nicht.

Nach zwei Jahren ist dort meistens Schluss

Er sah sich diesmal zu einer Erwiderung bemüßigt, die er als Kopie dem Uckermark Kurier zur Verfügung stellte: „Vielen Dank für die Information zum Arbeitsangebot der Firma XY. Mir fällt dazu nur ein: ‚Alle Jahre wieder ...‘. Eine solche Einladung erhalten ich und auch andere von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen regelmäßig! Seit Jahren ist augenscheinlich gleich eine ganze Batterie des Arbeitgeberservice und auch des Landkreises damit beschäftigt, die ‚tollen‘  Stellen der Call-Center-Agenten zu besetzen. Mögen Sie mir bitte erklären, wieso es seit Jahren nicht gelingt, diese Stellen zu besetzen? Müsste dort nicht längst Vollbeschäftigung herrschen?“ Nicht nur er fragt sich, ob es vielleicht am geringen Arbeitsentgelt liegt oder an den dortigen Arbeitszeiten? Oder doch einfach nur am Umstand, dass nach zwei Jahren meistens Schluss ist und Entfristungen eher selten sind?

Arbeit bis 22 Uhr mit Säugling fast unmöglich

„Oder sind die Uckermärker zu  doof zum Telefonieren“, fragt er bezugnehmend auf frühere Artikel, in denen sich Callcenter-Mitarbeiter über das Arbeitsklima beklagt hatten. „Arbeitszeiten bis 22 Uhr und am Wochenende sind in der Region kaum machbar, für mich mit einem Säugling überhaupt nicht. Und fahren am Wochenende Busse aus den Dörfern? Oder eine Bahn nach 22 Uhr durch die Amtsbereiche Gartz/Oder-Welse? Am 03.02.2015 befinde ich mich noch in der Elternzeit und kann dem Terminvorschlag leider nicht nachkommen.“

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, liebe Leser? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Kommentare (1)

Also ich finde das der Artikel völliger Quatsch ist. Ich abreite als Service Mitarbeiter und kann sagen das ich zufrieden bin. Ich bekommen fast den gleichen Lohn wie meine Frau und die ist Krankenschwester. Auch wir haben 2 Kindr davon ist eines ein Baby. Ich kann nur für meinen Arbeitgeber sprechen der bemüht sich unsere Arbeitszeiten abzustimmen. Ich reiche den Dienstplan meiner Frau ein. bisher hatte ich da noch nie Schwierigkeiten. Viele denken bei Call Center am Lottoscheine verkaufe. Ich telefoniere für Große Unternehmen im Kundenservice. Ich denke man kann sein Geld auch schwerer verdienen. Meckern kann jeder. Und nur vom hören sagen alles schlecht reden kann jeder.