Stadtgespräch:

"Gestohlene" Russen-Tanne schwebt über Prenzlau

Vor 35 Jahren hat ein Ehepaar aus Prenzlau in einem Wald bei Sotschi einen Mini-Baum ausgegraben. Der Winzling trat im Koffer die Reise in die Uckermark an und gedieh fortan prächtig an seinem neuen Bestimmungsort. Doch dort musste er nun weichen.

Nach anderthalb Stunden Sägearbeit schwebte die Tanne hoch oben.
Claudia Marsal Nach anderthalb Stunden Sägearbeit schwebte die Tanne hoch oben.

Um diese Tanne rankt sich eine Familiengeschichte. Verbrieft ist, dass der Baum einst am Schwarzen Meer wuchs. In einem Wäldchen bei Sotschi waren Hans und Ilse Raemisch auf ihn aufmerksam geworden. Die Urlauber aus Prenzlau entschieden kurzerhand, ihn auszugraben und mit in die Uckermark zu nehmen. Was dann auch geschah. Im Koffer der Eheleute passierte das Minigewächs vor 35 Jahren die russische Grenze und wurde in der neuen Heimat angepflanzt. Seitdem gedieh die Tanne in der Friedhofstraße 40 prächtig. Doch am Freitag nun musste der Baum auch dort weichen. Sohn Horst Raemisch (76) hatte sich schweren Herzens entschieden, ihn fällen zu lassen, weil die Zweige zu viel Schatten warfen und auch die Standsicherheit gefährdet war. Die Tanne erfüllt nun aber einen guten Zweck. Sie schmückt den Prenzlauer Weihnachtsmarkt.

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