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Glück mit der Grabungskelle

Es müssen nicht immer trojanische Schätze sein, die bei Archäologen für gute Laune sorgen. In Prenzlau sorgt dafür ein Abwasserkanal, der das ein oder andere Rätsel aufgibt.

Archäologe Mike Kwiotek von der Berliner Grabungsfirma "Archäologischer Service Roeder" zeigt auf Reste von Feld- und Mauersteinen in etwa zwei Metern Tiefe, die von der Baukunst früherer Generationen zeugen.
Monika Strehlow Archäologe Mike Kwiotek von der Berliner Grabungsfirma "Archäologischer Service Roeder" zeigt auf Reste von Feld- und Mauersteinen in etwa zwei Metern Tiefe, die von der Baukunst früherer Generationen zeugen.

Die Reste eines Kanals sind bei Bauarbeiten in Prenzlau gefunden worden. Wie alt die etwa 2,5 Meter unter heutigem Straßenniveau befindliche Konstruktion wirklich ist, muss noch untersucht werden. Der Befund sorgt für Glücksgefühle bei den Archäologen. "Denn der Kanal wurde mindestens dreimal umgebaut und 'wuchs' mit der stetigen Straßenaufschüttung in die Höhe", erklärt der Prenzlauer Fachmann Dr. Matthias Schulz.

In dem Straßenzug, der bis in die früh bebauten Stadtteile führt, fahren die Archäologen eine reiche Ernte ein. Zuvor wurde bereits eine eiszeitlichen Gletscherrinne nachgewiesen ebenso wie Spuren mittelalterlichen Städtebaus. Noch sind nicht alle Rätsel um den Kanal gelüftet, zudem es im ältesten Stadtplan von 1722 keinen Hinweis darauf gibt. Mehr Aufschluss erhoffen sich die Experten, wenn im Zuge des Straßenbaus auch die Rasen- und Gehwegflächen aufgenommen werden.