Blaulicht schreckt Anwohner auf:

Großeinsatz verhindert Ehedrama

Mehrere Rettungsfahrzeuge rasen nach einem Hilferuf in die Gemeinde Nordwestuckermark. Zum Glück gibt es weder Tote noch Verletzte. Ein Mann wird allerdings prophylaktisch ins Krankenhaus eingeliefert. Nicht immer gehen Einsätze so glimpflich aus.

In der Nacht Blaulicht vor einem Haus, da sorgen sich natürlich die Nachbarn. Sie nahmen das Schlimmste an, doch die Befürchtungen, die Familienangehörige im Vorfeld geäußert hatten, bewahrheiteten sich nicht.             
dpa/Stephan Jansen In der Nacht Blaulicht vor einem Haus, da sorgen sich natürlich die Nachbarn. Sie nahmen das Schlimmste an, doch die Befürchtungen, die Familienangehörige im Vorfeld geäußert hatten, bewahrheiteten sich nicht.  

Wenn vor einem Wohnhaus abends zwei Streifenwagen, Rettungsdienst und Notarzt Position beziehen, dann bleibt das in der Nachbarschaft natürlich nicht unbemerkt. So geschehen in der Nacht zum Donnerstag in der Gemeinde Nordwestuckermark. Beunruhigt durch den Blaulichtschein hatten sich die Anwohner dort um das Wohl der Familie, der der Rettungseinsatz galt, gesorgt. Sie nahmen das Schlimmste an, kontaktierten daraufhin auch den Uckermark Kurier. Doch die Polizei konnte Entwarnung geben. Es habe sich, so Sprecher Gerald Pillkuhn, dort glücklicherweise kein Drama ereignet.

Die Befürchtungen, die Familienangehörige im Vorfeld geäußert hatten, bewahrheiteten sich nicht. Ein Mann, nur so viel wollte Pillkuhn verraten, sei jetzt in der Klinik. Aber nicht wegen eventueller Verletzungen, sondern rein vorbeugend. Auch andere Menschen seien in der familiären Krisensituation nicht zu Schaden gekommen, beruhigte er, wohl wissend, dass so ein Polizeiaufgebot in der Umgebung natürlich für Aufregung sorgt.

Dass die Beamten um Hilfe gebeten werden, wenn ein Streit eskaliert oder ein Suizid befürchtet werde, sei normal. Auch in der Uckermark gebe es fast jede Woche Einsätze dieser Art. Nicht immer geht es so glimpflich ab wie in diesem Fall. In solchen Situationen habe die Polizei dank des neuen Opferschutzgesetzes relativ viel Handlungsspielraum. "Wir verfahren nach der Devise: Wer schlägt, der geht", sagt Pillkuhn. Will heißen, dass immer der Partner, der gewalttätig sei, sofort die Wohnung verlassen müsse und 72 Stunden nicht betreten dürfe. "Das muss nicht zwangsläufig der Mann sein. Wir haben auch umgekehrte Fälle, wenn auch seltener. Aber undenkbar ist es nicht, dass die Frau der schlagende Partner ist." Egal, wer sich bedrängt oder bedroht fühlt – jeder hat das Recht, die Polizei zu rufen. Und sollte sich davor auch nicht scheuen, wie Gerald Pillkuhn. Lieber ein Großeinsatz „umsonst“, als dass die Lage eskaliere und jemand ernsthaft zu Schaden komme, so argumentiert die Polizei.

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