Bushaltestelle bei Wilhelmshof:

Hässlich oder hübsch? Streit über Graffiti

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, wie das Beispiel dieses Wartehäuschens zeigt. Viele finden die Schmierereien blöd. Aber es gibt auch Verständnis für die Sprayer.

Was denken Sie, liebe Leser? Ist das Kunst oder kann das weg?
Claudia Marsal Was denken Sie, liebe Leser? Ist das Kunst oder kann das weg?

Die Uckermark ist ein Mekka für heimliche Graffiti-Sprayer. Vor allem an den Bushaltestellen über Land verewigen sie sich gern, weil die Gefahr gering ist, ertappt zu werden. Einen Haltepunkt bei Wilhelmshof hat es besonders erwischt. Hässlicher geht kaum, sagen die Anwohner. Grit Neumann gehört zu denen, die das wilde Graffitisprayen stört: "Leider gibt es überall Ecken, die beschmiert werden. Das ist doch keine Kunst mehr, sondern Sachbeschädigung." Rochus Stordeur argumentiert anders: "Mir gefällt’s. Ich kenne andere Bushäuschen, die wirklich verfallen und verdreckt sind." Auch Christian Exner aus Prenzlau hat Verständnis, wenn Jugendliche zu Stiften oder Dosen greifen. "Sie machen es sich einfach schön. In ihrer Welt schön, weil hier ihr zweites Zuhause ist. Seht es doch mal aus dieser Perspektive."

Dem Eigentümer der Häuschen, in diesem Fall die Gemeinde Nordwestuckermark, sind die Schmierereien natürlich nicht verborgen geblieben. Doch viele Kommunen sind es leid, ständig Anzeigen wegen Sachbeschädigung zu erstatten. Die Praxis hat gezeigt, dass derlei Verfahren im Sande verlaufen, weil es oftmals keine Zeugen gibt. Die Schmierereien bleiben also so lange dran, bis das Gemeindesäckel wieder Geld für frische Farbe her gibt. Doch dann dauert es meist nicht lange und der nächste Schriftzug ist dran.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung