Turm- und Nudlfest lockt in der Kreisstadt:

Heiße Kisten und Models zu bestaunen

Seifenkisten rattern das Pflaster der Friedrichstraße entlang. Ein untrügliches Indiz dafür, dass erneut das Turm- und Nudlfest zahlreiche Besucher in die Prenzlauer City lockt. Dort wird das Geheimnis gelüftet, was sich hinter der uckermärkischen Nudl verbirgt.

Anders als 2012 behielt diesmal der Panzer sein Rohr.
Lisa Martin Anders als 2012 behielt diesmal der Panzer sein Rohr.

Lucy Ritschel hat es drauf. Selbst Bruder Tom überholte sie. Und auch die anderen Mitbewerber um den Siegertitel beim Seifenkistenrennen ließ sie hinter sich. Mit ihrem „Lucy-Car“, an dem Opa Manfred Ritschel ebenso fleißig gewerkelt hatte wie an dem ihres Bruders, landete sie nach zwei Durchläufen klar auf dem Siegerpodest. „Aber um den Sieg geht’s ja gar nicht“, meint Clemenz Walter, der für seine Firma, die Denkmalpflege, an den Start ging. „Hauptsache mitgemacht und für Spaß gesorgt“, ist seine Devise. Und der folgten – bei allem Ehrgeiz – auch die anderen Fahrer von der Freiwilligen Feuerwehr Brüssow und der aus Prenzlau, von der Bundeswehr und den Uckermärkischen Werkstätten der AWO, die Geschwister Lehmberg und die Starterin der Landesgartenschau sowie die Prenzlauer Stadtwerke.

Beim Turm- und Nudlfest, zu dem der Verein „Pro Jacobi“, unterstützt durch die Mitglieder der Werbe- und Interessengemeinschaft,  in die Friedrichstraße einlud, sorgte aber nicht nur das Seifenkistenrennen für Unterhaltung. Nicht minder spektakulär war die Modenschau, zu der das Herrenmodegeschäft „For Men“ und das „Modehaus Schröder“ einluden. Denn die Geschäftsfrauen Iris Beetz und Lieselotte Schröder hatten diesmal eine besondere Idee: Unter dem Motto „Heiße Kisten“ ließen sie ihre Models auf Motorräder zum Laufsteg chauffieren. – Eine gelungene Aktion, die mit viel Beifall bedacht wurde. Ebenso wie die anderen Angebote, die bei den Besuchern gut ankamen. Konzertauftritte und die traditionelle Versteigerung zu Gunsten des Turmes der Jacobi-Kirche standen auf dem Programm und die Nudl kam natürlich auch nicht zu kurz. Dabei zeigte sich so mancher Tourist, der Pastagerichte erwartet hat, verwundert. Denn die Uckermärker verstehen unter ihrer Nudl die Kartoffel. Obwohl die Nudlwochen in der Uckermark vom Veranstaltungskalender verschwunden scheinen, hält man in der Kreisstadt an der Tradition fest. Und so gibt es zum Turm- und Nudlfest – abgesehen vom Nudl-Verkauf am Stand von Gut Baumgarten – auch immer leckere Kreationen mit der tollen Knolle, die von den Gästen gern probiert werden. Dort, in Baumgarten,  lockt übrigens am 28. September von 10 bis 17 Uhr das 13. Kartoffelfest mit dem Tag der Regionen.