Auschwitz-Gedenken :

Holocaust-Opfer werden nicht vergessen

Um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, fand im Prenzlauer Stadtpark eine Gedenkveranstaltung statt. Es waren bewegende Momente.

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus trugen Prenzlauer Gymnasiasten zusammen mit ihrem Geschichtslehrer Jörg Dittberner und Prenzlaues Bürgermeister Hendrik Sommer verschiedene Texte vor.
Matthias Munzel Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus trugen Prenzlauer Gymnasiasten zusammen mit ihrem Geschichtslehrer Jörg Dittberner und Prenzlaues Bürgermeister Hendrik Sommer verschiedene Texte vor.

Ungefähr 50 Personen folgten dem Aufruf der Fraktion Die Linke Prenzlau, den Schülern des Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasiums und der Stadt Prenzlau. Sie fanden sich am Dienstagabend im Prenzlauer Stadtpark ein, um den Opfern des Holocaust zu gedenken. Es war der 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Dicht an dicht versammelten sich die Menschen gegenüber dem Mahnmal wo bis 1938 noch ein jüdischer Friedhof zu finden war.

Sechs Schüler des Prenzlauer Gymnasiums trugen zusammen mit ihrem Geschichtslehrer Jörg Dittberner einige literarische Werke vor, die sich mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit auseinandersetzen. Schon nachdem sie die ersten Zeilen vernommen hatten, senkten einige Zuhörer ihren Blick. „Wenn das Gedenken persönlich wird, haben wir unser Ziel erreicht“, sagte Jörg Dittberner.

Vorbereitung für Auschwitz-Besuch

Am 5. Februar fährt der Geschichtslehrer mit seinen Schülern nach Auschwitz. Die Gedenkveranstaltung sollte den Jugendlichen als „mentale Vorbereitung auf die Reise“ dienen. Als Jörg Dittberner 2009 diesen Besuch bereits unternahm, war auch die damalige Schülerin Elisa Schröder (ehemals Schulz) dabei. Um sich mit den Erlebnissen vor Ort auseinander zu setzen, verfasste sie direkt nach der Reise ein Gedicht, welches auch am Dienstagabend von einer Schülerin vorgetragen wurde. Was die damalige Gymnasiastin zu Papier brachte, bezeichnete sie als „Gedankenfetzen um das Erlebte zu verarbeiten“. 

Auch Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer äußerte sich am Mahnmal vor den Anwesenden. Er kündigte an, dass am 27. Juni zehn Stolpersteine in der Stadt verlegt werden sollen. Sie erinnern an die Schicksale der Prenzlauer Juden, die dem NS-Regime zum Opfer fielen.

Holocaust

Tränen, Trauer, Schmerz.
All diese Emotionen
sind Ausuferungen der Liebe.
Doch konnten diese Menschen LIEBEN?

Oh Gott im Himmel,
wenn du existierst,
wie, sag mir,
wie konntest du das zulassen?

Wer einen Menschen tötet,
der tötet die ganze Welt.
In wenigen Jahren
starben sechs Millionen Welten.

Sechs Millionen Welten,
die sich nie entfalten konnten.
Sechs Millionen Welten,
die nicht mehr
Trauern, Schreien, Lieben konnten.

Es ist vorbei.
Für sechs Millionen Welten
starb die Hoffnung.
Wenn wir ihrer nicht gedenken,
geschieht es vielleicht auch uns.

Elisa Schulz, Oświęcim, 30.01.2009
 

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